Ölberg Gebrazhofen, schlafender Petrus
ÖLBERGE IN OBERSCHWABEN


Einstmals gab es in nahezu jeder Kirche oder auf dem Friedhof oder eben in einer Andachtsstätte wie in Ravensburg oder Wolketsweiler und in Ummendorf einen Ölberg. Dort wurde Jesus im Garten Getsemani gezeigt, wie er, nach dem letzten Abendmahl mit seinen Jüngern, die bekannten Wort sprach, die mittlerweile längst zu einem so genannten "geflügelten Wort" wurden: "Abba, Vater, alles ist dir möglich" und weiter: "Nimm diesen Kelch von mir!" (Mk 14, 36) oder, wie in einer anderen Übersetzung "Lass diesen Kelche an mir vorübergehen". Markus berichtet, dass Jesus diesen Gebetsruf mit gleichem Wort gar zwei Mal sprach. Im Lukasevangelium lautet der Gebetsruf Jesu: "Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen." (Lk 22, 42). Lukas schildert die Situation im Garten Getsemani sehr drastisch. So berichtet er, dass Jesus, nachdem ihm ein Engel vom Himmel erschien und ihn stärkte, noch inständiger in seiner Angst betete und weiter: "... und sein Schweiß war wie Blut, das auf die Erde tropfte" (Lk 22, 44) Von Matthäus sind gleich zwei Gebetsanrufe von Jesus überliefert: "Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber. Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst".(Mt 26, 39) Etwas später, nachdem er die ihn begleitenden Jünger schlafend angetroffen hatte, ging Jesus noch einmal weg und betete: "Mein Vater, wenn dieser Kelch an mir nicht vorübergehen kann, ohne dass ich ihn trinke, geschehe dein Wille" (Mt 26, 42). Im Johannes nach Johannes ist allerdings keine Getsemani-Szene überliefert. Vielmehr wird hier nach Abschiedsreden Jesu die Verhaftung Jesu und der Verrat des Judas in einem Garten, der auf der anderen Seite des Baches Kidron liegt, geschildert.
Getreu der Überlieferung wird die Ölbergszene, besser vielleicht das Gebet Jesu im Garten Getsemani, stets mit dem betenden Jesus, vielmals mit einem Kelch gemäß dem Kelchwort Jesu und eigentlich immer mit den drei Jüngern Petrus, Jakobus und Johannes (so bei Markus benannt), also den beiden Söhnen des Zebedäus (so im Matthäusevangelium festgehalten) dargestellt.
Nachfolgend werden einige Ölberge im Bild vorgestellt. Per Klick auf die Ortsnamen sollten die Darstellungen gezeigt werden, zuweilen sind auch kurze Erläuterungen angefügt.




AMTZELL               RAVENSBURG               WOLKETSWEILER                MOLPERTSHAUS          MENELZHOFEN               GEBRAZHOFEN         

UMMENDORF          RENHARDSWEILER          TREHERZ          WINTERSTETTENSTADT          LAUPHEIM
           
MERAZHOFEN



  AMTZELL - ÖLBERG AUF DEM FRIEDHOF

Der Amtzeller Ölberg ist ein wahrlich imposanter, weil schon sehr alt. Mittlerweile liegt dieser hinter Glas, um ihn vor Unbilden des Wetters oder vor Zerstörung zu bewahren. Der schon sehr alte Ölberg zeigt im linken Hintergrund schon die Soldaten mit Judas, die Jesus gefangen nehmen. Rechts, also dort, wo Petrus sein Haupt im Schlaf anlehnt, sieht man den originalen Ölbergfels mit Bäumen, Wasser und allerlei Getier. Auf beziehungsweise hinter diesem Felsen ist der Engel mit Kelch zu sehen.  Beide Elemente der Ölbergsszene geben dieser quasi einen Rahmen. Die Ölberggruppe von Amtzell wurde im späten 15. Jahrhundert vom "Mesiter der Tonarbeiten in Amtzell und Rohrdorf" geschaffen. Von ihm ist auch die Darstellung des Todes Mariens im nördlichen Seitenschiff der Pfarrkirche von Amtzell. Diesem namentlich unbekannten "Meister der Tonarbeiten von Amtzell und Rohrdorf" wird auch die Ölbergszene in Rohrdorf, wie der Name schon sagt, und die Menelzhofener Ölberggruppe zugeschrieben. Zudem wird vermutet, dass auch Werke in Altshausen, Waltenhofen am Forggensee, Kempten und Obergünsburg aus seiner Werkstatt stammen.
Nachdem Darstellungen hinter Glas nur schwer zu fotografieren sind (vgl. das Gesamtbild), musste ein kleiner Trick angewandt werden, um wenigstens Teile des Ölbergs einigermaßen ins Bild zu bringen. So habe ich einfach das iPhone auf die Glasscheibe gelegt und den Auslöser gedrückt.
Quelle: Tobias Schuhmacher, Terrakotta - Schätze aus dem 15. Jahrhundert, Artikel in der Schwäbischen Zeitung, Lokalausgabe Leutkirch, 21.07.2018, Seite 19

Ölberg Amtzell Ölberg Amtzell Ölberg Amtzell Ölberg Amtzell Ölberg Amtzell



  RAVENSBURG - ÖLBERG IN DER ANDACHTSSTÄTTE SCHWARZWÄLDELE

Noch vor der ersten Station des Ravensburger Kreuzwegs ist unterirdisch eine Ölbergszene zu finden. Die Figuren sind von dem bekannten Ravensburger Schnitzer Theodor Schnell, dem Älteren (* 1836, + 1909), der sie in den Jahren 1886 bis 1889 gemacht hat. Die Zuordnung zu den Jüngern, die Jesus in den Garten Getsemani begleitet haben, kann relativ "einfach" vorgenommen werden. Die einzelne Figur stellt Petrus dar (Kennzeichen: grauer Bart, Stirnlocke), die beiden anderen Jünger, die nebeneinander liegen, sind Johannes, der Lieblingsjünger Jesu (Kennzeichen: stets mit grünem Untergewand und bartlos) und Jakobus (als zweiter Sohn des Zebedäus). Auch die Ravensburger Ölbergszene zeigt einen Engel mit Kelch.

Ölberg Ravensburg Ölberg Ravensburg Ölberg Ravensburg Ölberg Ravensburg



  WOLKETSWEILER - ÖLBERGSZENE IN DER ANDACHTSSTÄTTE FÖHRENBÜHL

Die Figuren des Ölbergs in der Andachtsstätte Föhrenbühl in Wolketsweiler sind von Moriz Schlachter (* 1852, + 1931) , dem mit Theodor Schnell wohl kongenialen Ravensburger Bildschnitzer des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. Die Anordung ist der Ravensburger Ölbergszene vergleichbar. Schlachter hat dem Petrus noch ein Schwert in die Hand gelegt. Mit einem Schwert soll Simon Petrus dem Malchus, Diener des Hohepriesters das rechte Ohr abgehauen haben (vgl. Joh 18, 10). Die anderen Evangelisten berichten übereinstimmend, dass "einer von ihnen" ein Schwert dabei gehabt hätte und damit dem Diener des Hohepriesters (ohne Namensnennung)ein bzw., nach Lukas, "das rechte Ohr" abschlug.
Moriz Schlachter erhielt 1898 für die fünf Figuren der Ölberggruppe 500 Mark, die Muttergottesstatue für die Lourdesgrotte in Wolketsweiler kostete im Jahr 1886 335,50 Mark, die sitzende Jesusfigur ("Ecce Homo") fertigte er im Jahre 1905 für 170 Mark*. Von Moriz Schlachter ist neben den Figuren in der Wolketsweiler Andachtsstätte auch die Ölberggruppe von Molpertshaus. Zudem wird ihm die Weihnachtskrippe in der Ravensburger Liebfrauenkirche zugeschrieben. Schlachter hat in der Ravensburger Kirche St. Jodok auch eine Ölberg-Darstellung in Stein über dem Südportalim Jahre 1904 gefertigt.*
Wie bei fast allen Ölbergszenen betet Jesus vor einem aufragenden Felsen, oftmals schwebt ihm gegenüber ein Engel (mit Kelch). Die schlafenden Jünger sind meistens, wie auch in Wolketsweiler so angeordnet, dass Petrus alleine liegt, die Brüder (Donnersöhne) Johannes und Jakobus aber ganz nahe beieinander liegen oder sitzen. Johannes ist dabei stets bartlos und, wenn gefasst, mit grünem Untergewand dargestellt. Petrus ist nicht nur an seiner "Alleinlage", sondern fast immer an der Stirnlocke zu erkennen. In Wolketsweiler hat er, wie oben erwähnt, ja noch das Schwert in der Hand.
In der Interpretation der Szene wird immer auf die Spannung zwischen den  schlafenden Jüngern Jesu und dem sorgenvollen Blick des betenden Jesu hingewiesen. Ihm gegenüber zeigt der mit mädchenhaften Zügen dargestellte Engel einen als zuversichtlich, gar tröstend zu interpretierenden Gesichtsausdruck.
Nur noch schemenhaft ist im Hintergrund der Szenerie die Silhouette Jerusalems und rechts eine Mondsichel zu erkennen.
Wie bereits angedeutet, ist die Ölberggruppe erst im Jahre 1897 in der Andachtsstätte Föhrenbühl aufgebaut worden. Die Lourdesgrotte stammt schon aus dem Jahre 1886. Später kamen noch andere sakrale Kleindenkmale, wie etwa die Kreuzwegstationen, die ebenfalls Moriz Schlachter zugeschrieben werden, hinzu.
* Diese und einige andere Informationen sind dem Buch "Kleinode 6. - Sakrale Kleinode aus dem Landkreis Ravensburg", Herausgeber: Kreissparkasse Ravensburg, Seite 62f entnommen. Autor des Textes "Die Ölberggruppe von Wolketsweiler/Horgenzell ist Ralf Reiter.

Ölberg Wolketsweiler Ölberg Wolketsweiler Ölberg Wolketsweiler Ölberg Wolketsweiler Ölberg Wolketsweiler



  MOLPERTSHAUS - ÖLBERGKAPELLE MIT GRAB CHRISTI

Die Ölbergkapelle in Molpertshaus ist unmittelbar rechts neben dem Hauptportal der Molpertshauser Pfarrkirche St. Katharina. Neben dem Gebet Jesu im Garten Getsemani und den schlafenden Jüngern, die von Bildhauer Moriz Schlachter aus Ravensburg aus der Zeit um 1910 gearbeitet wurden, ist, zumeist durch einen Vorhang verdeckt, ein Heiliges Grab Christi zu sehen. Dieses entstand um das Jahr 1700 und wurde völlig überarbeitet. Das Grab ist 155 cm lang und wurde von Pfarrer Pater Stefan Wiest, der von 1793 bis 1799 in Molpertshaus war, aus Rot an der Rot nach Molpertshaus gebracht (Quelle: 200 Jahre Kirchengemeinde Molpertshaus 1803 bis 2003, herausgegeben von der Kirchengemeinde Molpertshaus, 2003, Seite 55).

Ölbergkapelle Molpertshaus mit Grab Christi Ölbergkapelle Molpertshaus mit Grab ChristiÖlbergkapelle Molpertshaus mit Grab Christi  Ölbergkapelle Molpertshaus mit Grab Christi Ölbergkapelle Molpertshaus mit Grab Christi Ölbergkapelle Molpertshaus mit Grab Christi Ölbergkapelle Molpertshaus mit Grab Christi Ölbergkapelle Molpertshaus mit Grab Christi 



  MENELZHOFEN - ÖLBERGGRUPPE UND GRAB CHRISTI AM EINGANG ZUR KIRCHE ST. MARGARETA

"Über ein kunst- und kulturhistorisches Kleinod", so schreibt Tobias Schuhmacher in der Schwäbischen Zeitung, Lokalausgabe Leutkirch am 20.07.2019, verfüge die Kirchengemeinde Menelzhofen ab 22. Juli 2018. Dieses Kleinod ist allerdings schon deutlich älter, und schon viel länger im Besitz der Kirchengemeinde, als es die Jahreszahl der Lokalzeitung zum Ausdruck bringt. Allerdings ist mit dem Datum die aufwändige und künstlerisch anspruchsvolle Renovierung der Ölberggruppe bzw. der Ölbergszene und des Grabes Christi abgeschlossen worden. Um diese Renovierung haben sich vornehmlich Kirchenpfleger Josef Sontheim und Künstler Hermann Scharpf verdient gemacht. Mit ihnen haben Werner Schneider (Maurer- und Putzarbeiten), Freddy Schuchmann (Eisenrahmen), Susanne Wolf (Verglasung), Annette Zappe und Manfred Scharpf (Beratung und Farbfassung), Ruth Welte (Malerarbeiten), Klaus Schmid (Beleuchtung) und Heide Tröger (Restaurierung des Grabchristus) an der Restaurierung mitgewirkt. Zahllose ehrenamtlich geleistete Stunden hat dabei der in Menelzhofen lebende Künstler Dr. Hermann Scharpf quasi dem Dorf Menelzhofen gestiftet, auch aus Dankbarkeit darüber, dass er schon 34 Jahre in Menelzhofen "dankbar und glücklich bei freundlichen und friedlichen Menschen lebe!.
Die ursprünglich farbig gefassten Terrakottaskulpturen der Ölberggruppe selbst sind aus dem späten 15. Jahrhundert und wurden wohl von dem "Meister der Tonwerke von Amtzell und Rohrdorf" geschaffen. Von ihm seien auch die Ölberg- und Marientod-Gruppen in Rohrdorf und Amtzell. Zudem soll er in Altshausen, Waltenhofen am Forggensee, Kempten und Obergünzburg gearbeitet haben. In der Nische unter der Ölberggruppe ist ein Grabchristus zu sehen, den Josef Zodel aus Willerazhofen im Jahre 1887 geschaffen hat.
Eine große Herausforderung bei der Restaurierung der Ölbergszene war die Rekonstruktion des an belegbare Vorlagen des 15. Jahrhunderts anlehendes Geländemodell. Dort, wo bis 2017 die Ölberggruppe ihren Platz hatte, wurde völlig auf eine Gelände verzichtet. Ein Rekonstruktionsprotokoll zur Neuafustellung der Menelzhofener Ölberggruppe kann per Klick auf nachfolgenden Schriftzug angesehen werden: REKONSTRUKTIONSPROTOKOLL ÖLBERGGRUPPE MENELZHOFEN
Literatur: Tobias Schuhmacher, Schwäbische Zeitung, Lokalausgabe Leutkirch, 21.07.2018, Seite 19
Leider konnten auch in Menelzhofen nur einigermaßen ordentliche (Teil-)Fotos gemacht werden, weil das Glas eben ansonsten zu ordentlichen Verspiegelungen geführt hätte und vermutlich auch den Fotografen als weiteren, zwar nicht schlafenden, sondern fotografierenden Jünger ins Bild gebracht hätte...

Ölbergszene und Grab Christi Menelzhofen, gespiegelt Jesus in der Ölbergszene Menelzhofen Jesus in der Ölbergszene Menelzhofen Jakobus in der Ölberggruppe Menelzhofen Johannes in der Ölberggruppe Menelzhofen Petrus in der Ölberggruppe Menelzhofen Petrus in der Ölberggruppe Menelzhofen Jünger in der Ölberggruppe Menelzhofen
Füße des Grabchristus Menelzhofen Kopf des Grabchristus Menelzhofen



  GEBRAZHOFEN - Ölberg in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt

In einer circa 1,50 m hohen und 1 m breiten Nische an der Südwand der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt Gebrazhofen ist ein Ölberg mit den klassischen Ölbergfiguren und dem Verräter Judas, der mit zwei Soldaten im Hintergrund zu sehen ist. Judas trägt schon den Beutel mit den 30 Silbermünzen in der rechten Hand. Vorne liegt, wie fast immer mit der Stirnlocke, Petrus. Darüber, das Kinn stützend, gekleidet im stets grünen Gewand, der jugendliche und deshalb bartlos dargestellte, Johannes. Rechts, hinter Jesus wird der Bruder des Johannes, Jakobsu dargestellt. Wer die Ölberggruppe geschaffen hat, wird an dieser Stelle nachgereicht. Zunächst liegt die Vermutung nahe, dass diese aus der Bildhauerwerkstatt des bekannten Gebrazhofener Künstlers Peter Paul Metz (*1830, + 1912) stammt.

Ölberg in der Pfarrkirche Gebrazhofen Ölberg in der Pfarrkirche Gebrazhofen Ölberg in der Pfarrkirche Gebrazhofen Ölberg in der Pfarrkirche Gebrazhofen Ölberg in der Pfarrkirche Gebrazhofen Ölberg in der Pfarrkirche Gebrazhofen


  UMMENDORF, Kreuzberg, Seelsorgeeinheit Heimat Bischof Sproll

Der Kreuzberg Ummendorf ist gewiss eine ganz besonders sehenswerte Anlage im Oberland. Neben einem Kreuzweg, der nicht nur wegen der Stationen und Stationsbilder, sondern auch wegen der Gesamtanlage beeindruckend ist, sind mehrere Grotten, Kreuze und Heiligenfiguren auf dem Kreuzberg vereint. Quasi bekrönt wird dieser mit der in den Jahren 2012/2013 neu erbauten Kapelle. Die Einweihung hat Weihbischof Dr. Johannes Kreidler im September 2012 vorgenommen.
Die Ölberggrotte selbst wird in Ummendorf als die "Todesangst-Christi-Grotte" bezeichnet und versteht sich als Nachbildung der "Agoniagrotte" am Fuße des Jerusalemer Ölbergs. Die Christusfigur wurde aus Lindenholz von Gabriel Lämmle (* 1851, + 1925) aus Laupheim gefertigt. Die anderen Figuren sind Nachbildungen. Noch im Aufsatz von Johannes Lutz aus Ummendorf mit dem Titel "Pfarrer Dr. Engelbert Hofele (1836-1902). - Ein Lebensbild" werden auch die Figuren des Engels und die Figurengruppe der Apostel Petrus, Johannes und Jakobus dem Laupheimer Bildhauer Lämmle zugeschrieben.
Die Homepage www.kreuzberg-ummendorf.de gibt an, dass für die Grotte teilweise römische Ziegelsteine verwendet worden seien, die in einem nahen Römerbad gefunden wurden. Dieses Römerbad wurde 1880 in Ummendorf ausgegraben. Aus den Unterlagen ist zu entnehmen, dass die Ölberggrotte in den Jahren zwischen 1881 und 1892 erbaut wurde.

Näheres zum Künstler gibt es auf dieser Website bei den Ausführungen zum Ummendorfer Kreuzweg oder unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Gabriel_L%C3%A4mmle, entnommen am 05.11.2021 und: https://www.museum-riedlingen.de/museum/museumsgeschichten/der-bildhauer-gabriel-laemmle-wohnte-in-riedlingen/ entnommen am 05.11.2021
Quellen: https://www.kreuzberg-ummendorf.de/kreuzberg-anlage/%C3%B6lberggrotte/, 04.11.2021
Johannes Lutz, Pfarrer Dr. Engelbert Hofele (1836-1902), entnommen: http://www.gfh-biberach.de/Hefte/BC-Heimatkundliche-Bl%C3%A4tter-f%C3%BCr-den-Kreis-Biberach/J25H1S37.pdf, 04.11.2021

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Grablege Jesu am Kreuzberg Ummendorf

Nachdem bei mehreren Ölbergen, die ich finden konnte, zuweilen auch eine Grablege Jesu mit einer Figur des Leichnams Jesu zu finden ist, wird an dieser Stelle die Grablege Jesu in Ummendorf mit zwei Fotos quasi "angehängt".

Ummendorf, Grablege Jesu Ummendorf, Grablege Jesu



  RENHARDSWEILER, Seelsorgeeinheit St. Johannes Baptist Bad Saulgau, Ölberg auf dem Friedhof

Mag sein, dass die Frage etwas unangemessen erscheint. Und dennoch, irgendwie ist diese doch ganz interessant. Also, was hat Renhardsweiler mit Stuttgart, Berlin, Brunei, Moskau, Riad, Dubai und Dschidda gemeinsam? Genau, in all diesen Orten sind bedeutende Bauwerke von Architekt Georg Kieferle (*1929, + 2021), der erst vor kurzem verstarb. Nun ist die offene Ölbergkapelle in Renhardsweiler zugegebenermaßen etwas kleiner als der Sultanspalast von Brunei oder der Fernsehturm von Riad. Die Architektur ist allerdings, ebenso wie die Figuren, beeindruckend ästhetisch. Die Ölbergkapelle auf dem Friedhof von Renhardsweiler hat der aus dem benachbarten Steinenbronnen stammende Kieferle im Jahr 1956 geplant und ausgeführt, wobei Maurermeister Josef Wiedmann wohl die meisten handwerklichen Arbeiten übernommen hat. Im Nachgang hat Kieferle die Ölberggruppe dem Gedenken seiner Eltern, die im Jahre 1960 verstarben, gewidmet. Gerade die offene Kapelle selbst, die in sich mehrfach gerundet ist, ist außergewöhnlich für einen Friedhof im ländlichen Raum. Das geschwungene Band endet in einem kleinen "Glockenstuhl", wo eine offensichtlich in Bronze gegossene Glocke hängt. Die Ölberggruppe selbst beeindruckt durch die Anordnung der Figuren. Dabei zieht der Engel vielleicht sogar die meisten Blicke auf sich. Zum einen zeigt dieser Jesus den Kelch, der eben nicht an Jesus vorübergehen wird, zum anderen weist der Himmelsbote mit nach oben zeigendem Finger darauf, wohin Jesus Christus zurückkehrt, nämlich zur "Rechten Gottes, des Vaters".
Auf der linken Seite liegen vor dem Ölberg einige Priestergräber. Unter anderem ist dort der Geistliche Rat Anton Birkenmayer beerdigt. Er war von 1949 bis 1987 Pfarrer in Renhardsweiler. Gebürtig ist Josef Anton Birkenmayer aus Roßberg, Kirchengemeinde Molpertshaus. Er, der im Geburtsjahr von Georg Kieferle am 16. März 1929 zum Priester geweiht wurde, war also beim Bau der Ölbergkapelle Pfarrer in Renhardsweiler. Warum ich dies schreibe? Nun ja, der "Webmaster" dieser Website ist derzeit (2021) Schriftführer im Kirchengemeinderat der Kirchengemeinde St. Katharina Molpertshaus, also in der Heimatpfarrei des langjährigen Seelsorgers von Renhardsweiler.
Am Rande sei noch vermerkt, dass es sich bei dem "Kelch", den Jesus trinken muss, um einen "Taumelkelch" handelt. Dieser benebelt die Sinne und wird auch als Symbol für den Zorn Gottes bzw. das Gericht Gottes gedeutet.

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  TREHERZ - Ölberggruppe auf dem Friedhof, zugleich Denkmal für die gefallenen und vermissten Soldaten

Der Ölberg in der Kirchengemeinde St. Johannes Baptist in der Seelsorgeeinheit Aitrachtal, Dekanat Allgäu-Oberschwaben liegt auf dem Friedhof, der der Ortschaft vorgelagert ist. Der offensichtlich schon ältere Ölberg erfüllt dabei gleich zwei Funktionen. Zum einen erinnert dieser an das Leid Jesu Christi, das mit dem Gebet im Garten Getsemani nach dem Letzten Abendmahl seinen Anfang nahm. Zugleich ist der Ölberg der Ort des Gedenkens an die gefallenen und vermissten Soldaten der beiden Weltkriege, die es in Treherz zu beklagen gab. Nähere Auskünfte über den Ölberg konnten bisher nicht ergründet werden.

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  WINTERSTETTENSTADT, Seelsorgeeinheit Riß-Federbachtal, Dekanat Biberach, Ortsausgang Richtung Oberessendorf, Gasse "Am Ölberg"

Die Ölbergkapelle von Winterstettenstadt bildet quasi den Ausgangspunkt des Kreuzwegs, der zur 14-Nothelfer-Kapelle führt. Die Kapelle ist ein massiver Rundbau, der um 1900 entstand. In der Kapelle selbst sind zwei Figuren, nämlich der betende Jesus und ein schwebender Engel, der Jesus den Kelche zeigt. Die Figuren sind, der Zeit gemäß, im Nazarener-Stil gearbeitet. Der Künstler ist (noch) nicht bekannt.

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  LAUPHEIM - Ölbergkapelle bei St. Leonhard, Dekanat Biberach, beim alten Friedhof

Die Ölbergkapelle bei St. Leonhard Laupheim ist, wie der umliegenden Kreuzweg auch, ein Werk von Gabriel Lämmle (*1851 in Laupheim, + 1925 in Neufra bei Riedlingen), die dieser in den Jahren 1880/1881 geschaffen hat. Lämmlehat zu dieser Zeit selbstständig in Ravensburg im Umfeld der be deutenden Bildhauer Moriz Schlachter und Theodor Schnell gearbeitet. Werke von ihm sind in zahlreichen Kirchen bzw. Orten im Umfeld von Laupheim anzutreffen. Er hat sich schon im Jahre von 18 Jahren an der Akademie der Bildenden Künste in München eingeschrieben, wo er bei Josef Knabl die Klasse für christliche Plastik besuchte. An der Münchner Akademie haben zahlreiche bedeutende Künstler studiert, so etwa auch Moriz Schlachter oder die Maler Paul Klee, Wassily Kandinsky und Franz Defregger, um nur einige zu nennen. Der Laupheim Ölberg wurde in den Jahren 1878/79 mit der Aufschüttung des Hügel und dem Bau der neoromaischen Kapelle begonnen. Am 7. Februar 1881 sind die Figuren Lämmles, dem ein "eminentes Talent", aber auch eine prägende Lebensfreude und ein offentsichtlich knitzer Humor beschieden wurde, schon in der Kapelle aufgestellt. Die kunsthistorische Einordnung der Figuren der Ölbergkapelle bewegt sich zwischen Neoklassizismus, dem  die Gesichter zugeordnet werden und Neobarock der weitfallenden, gestauchten Gewänder. Gabriel Lämmle werden auch die Kreuzwegstationen des Kreuzbergs Ummendorf und die dortige Figur des betenden Jesus am Ölberg zugeschrieben.
Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Gabriel_L%C3%A4mmle, entnommen am 18.11.2021
http://www.gfh-biberach.de/Hefte/BC-Heimatkundliche-Bl%C3%A4tter-f%C3%BCr-den-Kreis-Biberach/J22H1S27.pdf, entnommen am 18.11.2021

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MERAZHOFEN, ein Ölberg, der eigentlich gar keiner ist

An der Pfarrkirche von Merazhofen ist ganz links neben dem Haupteingang ein Hinweisschild auf den "Ölberg" von Merazhofen auf der Rückseite der Kirche angebracht. Nun wird auf dem Hinweisschild der Schriftzug  Ölberg ja schon in Anführungsstrichen  geschrieben, was durch das Foto auch irgendwie bestätigt wird. Der Ölberg von Merazhofen ist nämlich gar kein eigentlicher Ölberg. Vielmehr ist die Figurengruppe aus einem "Heiland an der Saul" oder Geißelheiland und zwei Soldaten, einer davon deutlich schlafend, dargestellt. So ist anzunehmen, dass an der Stelle, wo der Ölberg sein sollte (was übrigens durch die Schriftzüge am Zugang zu der Andachtsstätte noch bestärkt wird), die entsprechenden Figuren entweder entwendet oder eben weggeschafft wurden und durch eine Figur des "Heilands an der Saul" und zwei Soldaten, die vermutlich einstmals neben einem Auferstandenen, der wahrscheinlich in der ursprünglichen Zusammensetzung mit den Soldaten einem Grab entstiegen ist, ersetzt wurden. Ob die Merazhofer diesen Hinweis für die zahlreichen Besucher der Kirche und des Friedhofs, auf dem der vielfach verehrte Segenspfarrer vom Allgäu, Augustinus Hieber (* 1886, + 1968) begraben liegt, "augenzwinkernd" angebracht haben oder wirklich ganz ernst meinen, entzieht sich meiner Kenntnis. Mit dem Ölberg haben die Merazhofener nämlich so etwas wie ein "Komplettangebot" an Andachtsmöglichkeiten (Kreuzweg, Lourdesgrotte, Arma-Christi-Kreuz, Denkmal für gefallene und vermisste Soldaten, Priestergrab mit zahlreichen Votivtafeln auf dem Friedhof).

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