Kreuzwegstation Aulendorf


KREUZWEGE IN OBERSCHWABEN

Zunächst seien die 14 Stationen in Kurzform benannt: Station 1: Jesus wird zum Tode verurteilt, Station 2: Jesus nimmt das schwere Kreuz auf sich, Station 3: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz, Station 4: Jesus begegnet seiner Mutter Maria, Station 5: Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz zu tragen, Station 6: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch, Station 7: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz, Station 8: Jesus begegnet den weinenden Frauen, Station 9: Jesus fällt zum dritten Male unter dem Kreuz, Station 10: Jesus wird seiner Kleider beraubt, Station 11: Jesus wird ans Kreuz genagelt, Station 12: Jesus stirbt am Kreuz, Station 13: Jesus wird vom Kreuz abgenommen, Station 14, Jesus wird ins Grab gelegt. Die eher selten abgebildete 15. Station ist eigentlich die Auferstehung. Meistens wird diese durch die Kirche oder Kapelle, die nach der 14. Station steht, dargestellt.

Ach, übrigens: Wenn Sie sich immer schon die 14 Stationen in der Reihenfolge merken wollten, kann folgender Hinweis vielleicht hilfreich sein. Die ungeraden Stationen ab der Station 3 haben unmittelbar mit dem Kreuz zu tun, also Station 3, 7 und 9: Jesus fällt unter dem Kreuz, dazwischen Station 5: Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz zu tragen, schließlich Station 11 und 13: Jesus wird ans Kreuz genagelt und dann vom Kreuz abgenommen.
Die Begegnungen Jesu sind unter "geraden" Stationen zu finden: Station 4: Jesus begegnet seiner Mutter; Station 6: Schweißtuch der Veronika; Station 8: Jesus begegnet den weinenden Frauen.
Die übrgen Stationen wie Verurteilung, Aufnahme des Kreuzes, Kleiderraub, Tod Jesu und Grablegung muss man sich dann halt merken. Vielleicht hilft's... Aber keine Sorge: Vollkommen ohne jegliche wissenschaftliche Basis kann doch vermutet werden, dass maximal 5 Prozent der Gläubigen die richtige Reihenfolge der 14 bzw. 15 Kreuzwegstationen auf Anhieb wissen.
Nicht alle Stationen des Kreuzwegs, der eben als ganz besonderer Ausdruck der Volksfrömmigkeit und des Gedenkens an die Leiden Jesu Christi zu verstehen ist, haben einen biblischen Bezug. So wird von den Stationen 3, 7 und 9, also dem dreifachen Niederfallen Jesu unter dem Kreuz in der Bibel nichts berichtet. Auch die Begegnungen Jesu mit seiner Mutter (Station 4) und die Begegnung mit Veronika, die Jesus das Schweißtuch reicht (Station 6), bleiben biblisch ohne Erwähnung. Dennoch haben auch diese Stationen ihre Bedeutung im meditativen Nachgehen Jesu auf der via dolorosa. Das dreimalige Niederfallen macht eben das Leid, die Qual und die Schmach deutlich, die Jesus erleiden musste. Nicht zufällig ist auch, dass Jesus auf seinem beschwerlichen Weg drei Mal Frauen trifft. Simon von Zyrene, der ihm das schwere Kreuz offensichtlich für einige Meter abnimmt, verweigert sich nicht dem Befehl der Soldaten, ob er allerdings ganz freiwillig Jesus geholfen hätte, bleibt im spekulativen Bereich. Erst bei dem, was man als "letzte Ehre" bezeichnen darf, nämlich der Grablegung, treten mit Josef von Arimathäa und Nikodemus neben Johannes, dem Lieblingsjünger Jesu, doch noch zwei Männer auf, die es tatsächlich gut mit Jesus meinen. Die wenig mutige und couragierte Reaktion der Apostel, näherhin des Petrus, ist ja allenthalben bekannt.

Ansprechende Meditationen zum Kreuzweg gibt es per Klick auf nachfolgenden Schriftzug: KREUZWEGMEDITATION
Die Meditationen sind dem Gotteslob Nr. 683 entnommen. Dort gibt es eine Kreuzwegandacht mit den Meditationen, mit Bibeltexten und Gebeten.

Kreuzwege gibt es nicht nur in Oberschwaben, vermutlich hier aber die schönsten. So werden auf dieser Seite einige ganz besondere Kreuzwege gezeigt.

Die Reihe beginnt mit dem Kreuzweg zum Gottesberg, der von den Salvatorianern betreut wird und auf dem Gebiet der Kirchengemeinde Bad Wurzach, Dekanat Allgäu-Oberschwaben liegt.
Um die weiteren Kreuzwege rasch zu finden, genügt ein Klick auf nachfolgende Schriftzüge der Ortschaften.




Bad Wurzach, Gottesberg,          Eintürnen, St. Martin,          Wolfegg, Loretokapelle,          Haisterkirch,          Molpertshaus,           Josephskapelle Schloss Zeil,         

Wangen im Allgäu (Friedhof am Gehrenberg),          Pfärrich,         Winterstettenstadt,          Merazhofen,          Niederwangen         Ratzenried         

Deuchelried          Aulendorf          Sonderbuch, Zwiefalten          Bergatreute, Impulsweg          Weingarten          Wolketsweiler         

Ummendorf          Äpfingen



Kreuzweg zum Gottesberg in BAD WURZACH, Dekanat Allgäu-Oberschwaben


Der Kreuzweg auf den Gottesberg in Bad Wurzach wurde im Jahre 1899 errichtet. Die Stationsbilder sind aus glasiertem Ton gefertigt. Nach dem Namen des oder der Künstlers/-in wird noch "geforscht". Auffallend ist, wie Pilatus in der ersten Station, der Verurteilung Jesu, den Stab über den Angeklagten bricht, was das Todesurteil bestätigt. Fast alle ersten Stationen der Kreuzwege zeigen dagegen Pilatus, wie er sich die Hände wäscht (vgl. "Ich wasche meine Hände in Unschuld"). Zudem zeigt die Station 13, die Pietà, Maria mit den sieben Schwertern, die ihr Herz durchbohren und für die sieben Schmerzens Mariens stehen. Diese wiederum sind Thema des Pfärricher Kreuzwegs.

Gottesberg, Anlage Gottesberg, Anlage Gottesberg, Anlage Gottesberg, Station Gottesberg, Station  Gottesberg, Station Gottesberg, Station 1 Gottesberg, Station Gottesberg, Station 3 Gottesberg, Station 4 Gottesberg, Station 5 Gottesberg, Station 6 Gottesberg, Station Gottesberg, Station 8  Gottesberg, Station 9 Gottesberg, Station 10 Gottesberg, Station 11 Gottesberg, Station 12 Gottesberg, Station 13 Gottesberg, Station 14




Kreuzweg zur Kirche St. Martin, EINTÜRNEN, Seelsorgeeinheit Bad Wurzach, Dekanat Allgäu-Oberschwaben

Dem äußerst lesenswerten Buch "Beseeltes Land" ist Folgendes zum Kreuzweg nach Eintürnenberg zu entnehmen. "In Eintürnen inspirierte eine Pilgerfahrt nach Jerusalem zum Bau eines Kreuzwegs. Pfarrer Merkle war 1873 dort und brachte die Idee - samt Steinen und Jordanwasser. Auch seinen Nachfolger, Friedrich Augustin Schmid, führte eine Pilgerreise ins Heilige Land. Wieder daheim, markierte er mit Erde vom Ölberg die Stellen für die 14 Stationen und so konnte 1892 am Martinuspatrozinium der vollendete Kreuzweg durch einen Kapuzinerpater aus Bregenz eingeweiht werden. Die mächtigen Stationen aus sicherlich im nahen Tal der Wolfegger Ach gebrochenen Tuffsteinblöcken säumen seitdem die damals neu angelegte Straße von Eintürnen hoch nach Eintürnenberg. Ihre Bogennischen enthalten farbig gefasste Tonreliefs im Stile der damaligen Zeit. Die Form des Bildstocks von kantigem Schaft und breiterem Oberteil mit der Passionsdarstellung ist auch in anderen Kreuzwegen unseres Gebiets üblich".
Quelle: Manfred Thierer, Beseeltes Land, hgg. von der Arbeitsgemeinschaft Heimatpflege im württembergischen Allgäu e. V., Kißlegg, 1. Auflage 2021, Seite 53

Eintürnen, Anlage des Kreuzwegs Eintürnen, Anlage des Kreuzwegs Eintürnen, Station Eintürnen, Station Eintürnen, Station 1, Verurteilung Eintürnen, Station 2, Kreuzübernahme Eintürnen, Station 3, erster Sturz Jesu Eintürnen, Station 4, Jesus begegnet seiner Mutter Eintürnen, Station 5, Simon von Zyrene Eintürnen, Station 6, Schweißtuch der Veronika Eintürnen, Station 7, zweiter Sturz Eintürnen, Station 8, Jesus begegnet den weinenden Frauen Eintürnen, Station 9, dritter Sturz Eintürnen, Station 10, Jesus wird der Kleider beraubt Eintürnen, Station 11, Jesus wird an das Kreuz genagelt Eintürnen, Station 12, Jesus stirbt am Kreuz Eintürnen, Station 13,  Jesus wird vom Kreuz abgenommen.Eintürnen, Station 14, Grablegung Jesu




WOLFEGG, Kreuzweg zur Loretokapelle, Seelsorgeeinheit Oberes Achtal, Dekanat Allgäu-Oberschwaben

Der Kreuzweg zur Loretokapelle Wolfegg (liegt auf einem Moränenhügel in Höhe von 692 m) wurden am 8. September 1881 eingeweiht. Die Stationen selbst ähneln sehr denen des Kreuzwegs zur Martinskirche Eintürnenberg. Der Tuffstein wurde vermutlich in Weissenbronnen gebrochen. Die Stationstafeln wurden in der Mayer'schen Hofkunstanstalt München gegossen. Die sehr plastischen Halbreliefs können dem Stil der Nazarener zugerechnet werden.
Übrigens sind in Winterstettenstadt (siehe unten) und an anderen Orten die fast identischen Stationsbilder zu sehen, allerdings sind diese gefaßt. Zum Vergleich wird die Station 8 aus Winterstettenstadt neben die entsprechende Wolfegger Station gestellt.

Kreuzweg zur Loretokapelle, Anlage Kreuzweg zur Loretokapelle, Station Kreuzweg zur Loretokapelle, Station  Kreuzweg zur Loretokapelle, Station 1, Verurteilung Kreuzweg zur Loretokapelle, Station 2, Kreuzübernahme Kreuzweg zur Loretokapelle, Station 3, erster Fall unter dem Kreuz Kreuzweg zur Loretokapelle, Station 4, Jesus begegnet seiner Mutter Kreuzweg zur Loretokapelle, Station 5, Simon von Zyrene Kreuzweg zur Loretokapelle, Station 6, Schweißtuch der Veronika Kreuzweg zur Loretokapelle, Station 7, zweiter Fall unter dem Kreuz Kreuzweg zur Loretokapelle, Station 8, Jesus begegnet den weinenden Frauen Winterstettenstadt, Station 8 Kreuzweg zur Loretokapelle, Station 9, jesus stürzt zum dritten Mal Kreuzweg zur Loretokapelle, Station 10, Jesus wird seiner Kleider beraubt Kreuzweg zur Loretokapelle, Station 11, Jesus wird ans Kreuz genagelt Kreuzweg zur Loretokapelle, Station 11, Jesus stirbt am Kreuz Kreuzweg zur Loretokapelle, Station 13, Jesus wird vom Kreuz abgenommen Kreuzweg zur Loretokapelle, Station 14, Grablegung Jesu




Kreuzweg zur Sebastianskapelle HAISTERKIRCH, Seelsorgeeinheit Bad Waldsee, Dekanat Allgäu-Oberschwaben


Der Kreuzweg zur Sebastianskapelle Haisterkirch beginnt quasi mit einem Hinweis an der Kirche. Die erste Station befindet sich allerdings erst nach circa 300 Meter Fußweg durch die Ortschaft. Von dort aus geht es dann bis zur Station 12 stetig bergan (ca. 1,5 Kilometer). Auf dem Platz vor der Sebastianskapelle befinden sich schließlich drei Stationen, unter anderem auch die 15. Station, die Jesu Auferstehung zeigt. Der Kreuzweg wurde 1939 begonnen und im Frühjahr 1949 "vollendet", wie aus der Pfarrchronik der Kirchengemeinde St. Johannes Baptist durch eine Anmerkung des damaligen Pfarrers Erich Dolderer zu entnehmen ist. 2014 wurden die Stationsbilder von Restaurator Erwin Roth aus Leutkirch-Ausnang bearbeitet. Mit der Bemalung der Stationen selbst wurde die Firma Andreas Hepp in Bad Waldsee beauftragt. Die Kosten in Höhe von circa 7.500 Euro wurden von der Kirchengemeinde, der Ortschaft Haisterkirch und durch die Kapellenstiftung des Landkreises Ravensburg getragen. Eine frühere Renovierung mit Neuanstrich ist aus dem Jahr 1995 überliefert. Damals wurden die Stationen selbst "unter der Regie" von Malermeister Eugen Krattenmacher neu gestrichen. Die Stationsbilder erhielten schon seinerzeit eine Schutzschicht gegen Witterungseinflüsse. Die Kupferlaternen auf den Sockeln der Stationen wurden 2013 von Hermann Kemmler gefertigt und nach der Renovierung der Stationen auf den Sockeln der Kreuzwegstationen angebracht. Die Laternen beleuchten den Kreuzweg und weisen, mit vielen anderen Kerzen, die entlang des Weges aufgestellt werden, beim "Lichterweg" an Silvester den Gang zur Sebastisanskapelle. Der Lichterweg wird, wenn möglich, von der Haisterkircher Gruppe "Ökumene am Ort" verantwortet und gestaltet. Im März 2020 wurde die dritte Station des Kreuzwegs von der linken auf die rechte Seite des Weges zur Sebastianskapelle versetzt. Diese Maßnahme wurde erforderlich, weil an der bisherigen Stelle ein 310 Jahre altes Haus abgerissen wurde und die Station dort nicht mehr bleiben konnte.
In der Pfarrchronik ist nachzulesen, dass die Stationen ursprünglich von Maurermeister Krattenmacher erstellt wurden. Einem Aktenvermerk der Ortschaftsverwaltung Haisterkirch aus dem Jahr 2012 ist zu entnehmen, dass die Stationen vermutlich 1948 gebaut wurden. Max Waibel, Helmut Krattenmacher und Ignaz Döbele werden dabei als Maurer vermerkt. Zuvor soll es noch keinen Kreuzweg gegeben haben. Die Stationen waren ursprünglich mit Biberschwanz-Dachplatten belegt, erst später wurden die jetzigen Dachschrägen den Stationen aufgesetzt. Die etwa 30 Zentimeter breiten und 40 Zentimeter hohen, auf Holz gemalten Stationsbilder stammen von A. Vollmar, wie es der Pfarrchronik von Haisterkirch durch eine Notiz des damaligen Pfarrers Erich Dolderer zu entnehmen ist. Dieser A. Vollmar ist kein Geringerer als Alfred Vollmar, ein durchaus angesehener Künstler, der 1980 in Leutkirch verstorben ist. Vollmar wurde am 27. März 1893 in Nagold geboren. Er starb am 26. September 1980 in Leutkirch. Seine Schulzeit verbrachte er in Ulm. Im Ersten Weltkrieg meldete er sich als Freiwilliger, wurde aber schwer verwundet (Teilamputation des linken Arms und Gehörschaden, der schließlich zur Taubheit führte). An den Akademien in Stuttgart und München studierte er Kunst, wollte als freischaffender Künstler leben, wurde aber im Nationalsozialismus zunehmend isoliert und übergangen. Nach seiner Heirat im Jahre 1942 zog er ins Allgäu, zunächst nach Haubach zwischen Isny und Leutkirch. Nach Kriegsende erhielt er, in dessen Werk immer schon religiöse Themen präsent waren, vermehrt Aufträge für die "Kunst am Bau" in Kirchen und Kapellen. So beauftragte wohl auch Pfarrer Erich Dolderer, der nach seiner Zeit in Haisterkirch, also im Jahre 1956 zum Domkapitular nach Rottenburg berufen wurde, Vollmar für die Bemalung der Haisterkircher Kreuzwegstationen.
Vollmar gehörte zu den Gründern der Ulmer Künstlergilde und wird der "verschollenen Generation" der Künstler zugerechnet, die schon vor dem Nationalsozialismus tätig waren, dann aber weitgehend übergangen wurden, und erst nach 1945 wieder künstlerisch tätig werden konnten. Neben dem Haisterkircher Kreuzweg gibt es von ihm Kreuzwegstationen auf dem Dreifaltigkeitsberg bei Spaichingen. Bekannt dürfte auch das Sgraffito der "Königin des Friedens" an der Außenwand der Kapelle des Hauses Regina Pacis oder ein Fresko der Klosterkirche Mariä Himmelfahrt und die Sonnenuhr (Sgraffito und Mosaik) an der Pfarrkirche Schnetzenhausen sein. Zudem hat er in der Arnold-Kapelle in Hiltensweiler das Altarbild gemalt. In der Kirche St. Peter und Paul in Bad Buchau-Kappel sind von ihm Wand- und Deckenbilder zu sehen.
Die Erläuterungen zu Leben und Werk des Künstlers Alfred Vollmar wurden im Wesentlichen dem Wikipedia-Artikel über ihn entnommen. Dort steht auch, dass er "zum Expressionismus oder gar abstrakter Malerei keinen Zugang fand", sondern der "schönen Linie", wie er selbst sein Verständnis von Kunst bezeichnete, treu bleiben wollte. Von Vollmar ist überliefert, dass er seine Werke nur selten signiert hat. Dies gilt auch für den Haisterkircher Kreuzweg, bei dem trotz intensiver Suche keine einzige Signatur zu finden ist.
Bei genauer Betrachtung der einzelnen Stationsbilder kann man vermuten, dass diese nicht "in einem Zug" gemalt wurden, sondern tatsächlich, wie in der Notiz von Pfarrer Erich Dolderer angedeutet, über einen längeren Zeitraum (1939 bis zur Fertigstellung 1949) entstanden sind. So sind die Gesichtszüge Jesu zum Beispiel in den Stationsbildern 4, 9 und 12 deutlich "weicher" wie auf den Bildern anderer Stationen. Dies kann vermutlich nicht nur auf die jeweilige Situation der Stationen zurückgeführt werden. Möglich ist selbstverständlich auch, dass durch verschiedene Restaurierungen, die aufgrund unterschiedlich starker Verwitterung (vgl. z. B. Station 6, Veronika reicht Jesus das Schweißtuch) auch unterschiedlich intensiv ausfallen mussten, Nuancen in der Darstellung erfolgten.
Die Kreuzwegstationen entlang des Fußwegs auf den Dreifaltigkeitsberg sind auf nachfolgender Homepage veröffentlicht. Diese sind im Stil durchaus mit den Haisterkircher Stationsbildern vergleichbar, wenngleich die Spaichinger Stationen erst später, in den Jahren 1951 bis 1954, und damit vielleicht auch etwas mehr der "schönen Linie" entsprechend, entstanden sind. 
Per Klick auf nachfolgenden Schriftzug sind die Kreuzwegstationen zum Dreifaltigkeitsberg zu sehen: Kreuzwegstationen zum Dreifaltigkeitsberg.


  Haisterkirch, Anlage Haisterkirch, Anlage  Haisterkirch, Station Haisterkirch, Station Haisterkirch, Station 1 Haisterkirch, Station 2 Haisterkirch, Station 3 Haisterkirch, Station 4   Haisterkirch, Station 5 Haisterkirch, Station 6 Haisterkirch, Station 7 Haisterkirch, Station 8 Haisterkirch, Station 9 Haisterkirch, Station 10  Haisterkirch, Station 11 Haisterkirch, Station 12 Haisterkirch, Station 13  Haisterkirch, Station 14 Haisterkirch, Station 15




Kreuzweg zur Lourdeskapelle in MOLPERTSHAUS, Seelsorgeeinheit Oberes Achtal, Dekanat Allgäu-Oberschwaben


Die ursprünglich an dieser Stelle abgebildeten Fotos wurden  nun gelöscht. Diese waren total verspiegelt und verzerrt, weil mit dem fotografischen Equipment zunächst wenig anzufangen war. Nun liegen hoffentlich  bessere Fotos zu dem wirklich beeindruckenden Kreuzweg in Molpertshaus vor. Allerdings sind diese, wohl eher nicht gut erkennbar, aber doch auch etwas verzerrt und vor allem farblich eventuell nicht ganz den Originalen entsprechend. Wer also das Original liebt, sollte einfach mal nach Molpertshaus kommen und den 14-teiligen Kreuzweg beschreiten. Nach dem Begehen des Kreuzwegs kann man dann noch abschließend in der Lourdeskapelle etwas zur Ruhe kommen. Der Kreuzweg wurde übrigens im Rahmen des Sanierungsprogramms Flurkreuze, Bildstöcke und Kreuzwege in der Gemeinde Wolfegg in den späten 80er- und 90er-Jahren auf Initiative und mit "ehrenamtlicher Verantwortung" des früheren Bürgermeisters von Wolfegg, Manfred Konnes (* 1941, + 2014, Wolfegger Bürgermeister von 1975 bis 1999), organisiert und auch gegen Widerstände durchgesetzt. Der Molpertshauser Kreuzweg war quasi der Schlusspunkt in dieser 10-jährigen Geschichte, die mit einem Gesamtaufwand von 150.000 DM umgesetzt wurde. Allein der Molpertshauser Kreuzweg stand dabei mit ca. 35.500 DM zu Buche. Finanziert wurde das Molpertshauser Projekt durch Spenden in Höhe von circa 5.700 DM, dem Löwenanteil des Landesdenkmalamtes in einer Größenordnung von 13.000 DM, jeweils zu gleichen Teilen mit 6.500 DM durch das Kapellenprogramm des Landratsamtes und den entsprechenden Beitrag der Gemeinde Wolfegg. Schließlich kamen noch 4.000 DM mit der Option auf einen weiteren Zuschuss der Kirchengemeinde Molpertshaus hinzu. Die Planungen für Molpertshaus begannen schon 1991. Die Einweihung war schließlich am 12. Oktober 1997. Ursprünglich erhielt Josef Schugg aus Kimratshofen bei Altusried den Auftrag, die Kreuzwegbilder zu malen. Die Bilder aus dem früheren Kreuzweg. gemalt von Xaver Hafner, Bad Wurzach, aus dem jahr 1888 waren entweder nicht mehr auffindbar oder so zerstört, dass sie nicht mehr renoviert werden konnten. Eines, das doch noch gerettet werden konnte, hängt im Pfarrhaus Molpertshaus und ist nachfolgend neben der entsprechenden Station des aktuellen Kreuzwegs abgebildet. Die Realisierung des Kreuzwegs war, wie der Zeitraum von 1991 bis 1997 zeigt, nicht ganz ohne Hindernisse möglich. So konnte auch der beauftragte Kunstmaler Josef Schugg (*1920, + 1994) nur vier Bilder (vermutlich die Bilder der 5., 7., 8. und 12. Station) beisteuern. Er verstarb im Jahre 1994. Danach wurde mit der Faßmalerin Heike Buchmüller aus Bad Waldsee-Reute eine Künstlerin aus der unmittelbaren Nähe von Molpertshaus beauftragt, die noch ausstehenden zehn weiteren Stationen auf nicht rostendem Kupferblech zu malen. Heike Buchmüller nahm dabei geschickt die Vorgabe von Josef Schugg auf. Vielleicht gelingt es bei Gelegenheit, die beiden Künstler ganz exakt den Stationen zuzuordnen, die jeweils von ihrer Hand entstanden. Ganz einfach wird dies nicht sein, wobei der obige Vorschlag mit den Stationen 5, 7, 8 und 12, die Josef Schugg zugeschrieben wurden, ganz bestimmt mindestens drei Treffer aufweist. Beide Künstler des Molpertshauser Kreuzwegs haben sich in ihrem Werk ganz eng an den so genannten "Kleinen Kreuzweg" des bekannten Künstlers Professor Gebhard Fugel (*1863, + 1939) angelehnt. Diesen "Kleinen Kreuzweg" malte Fugel unter anderem für die St. Elisabeth-Kirche in Stuttgart im Jahre 1917. Zudem ist dieser Kreuzweg in ganz leichten Nuancen auch in Bad Saulgau in der Kirche St. Antonius und in der Leutkircher Pfarrkirche St. Martin zu sehen. Der Leutkircher Kreuzweg hat aller Wahrscheinlichkeit Josef Schugg, der aus dem nur wenige Kilometer entfernten Kimratshofen stammte, inspiriert. Schugg arbeitete seit 1946 in Leutkirch als Kirchenmaler, bevor er in den 50er-Jahren nach Kimratshofen ging.
Ein noch bedeutender Kreuzweg Fugels, der auch in vielen Kirchen und Kapellen (so auch in der Sebastianskapelle Haisterkirch, wo allerdings 2 Stationen fehlen) als Druck hinter Glas zu sehen ist, ist ein ursprünglich als Kreuzwegfresken geschaffenes Werk in der Münchner St. Josephs-Kirche (schon 1904 bis 1908 erstellt). Von Fugel stammt auch mindestens das große Deckenbild in der Haisterkircher Sebastianskapelle.
Als Beleg für die Behauptung, dass der Leutkircher Kreuzwegs Fugels und damit der so genannte "Kleine Kreuzweg" Vorbild für die 14 Molpertshauser Stationsbilder wurde, werden zum Vergleich einige Fugelsche Kreuzwegstationen, die es noch heute im Postkartenformat antiquarisch zu kaufen gibt, abgebildet. Die Konturen und Körperhaltungen und die Struktur der Bilder sind eindeutig Fugel nachempfunden. Zum Vergleich werden nachfolgend einige Fugelsche Stationsbilder neben bzw.unter den Molpertshauser Interpretationen abgebildet. Die Bemalung ist allerdings sowohl farblich als auch in Bezug auf den Pinselstrich deutlich variiert, fast schon expressionistisch. So gesehen ist es, fast wie in Fortführung der Modifikationen von Schugg und Buchmüller, nicht ganz absurd, diese jetzt durch eine zurückhaltende bildprogrammtechnische Farbinstensivierung vorzustellen. Also nochmals die Anregung. Schauen Sie sich den Kreuzweg einfach mal im Original an, gerne auch betend und meditierend.
Abschließend darf an dieser Stelle doch noch die herausragende Beteiligung der Molpertshauser Dorfgemeinschaft hervorgehoben werden. Diese hat nicht nur den eigentlichen Kreuz-Weg(!), also den mit Kies befestigten Weg in Eigenleistung bewerkstelligt, sondern pflegt diesen und die Kreuzwegstationen nach wie vor in beeindruckender Weise. So waren es auch mit den mittlerweile verstorbenen Gabriel Erb (* 1949, + 2021) und Adolf Stotz (*1935, + 2016) zwei Molpertshauser, die die 10. Station (Jesus wird seiner Kleider beraubt) wieder fachgerecht hergestellt haben, nachdem die Station durch einen Blitzeinschlag im Sommer 1998 fast völlig zerstört wurde, das Stationsbild selbst aber unversehrt blieb. Mittlerweile wurden die Bilder auch durch eine feste Verglasung vor allzu rascher Verwitterung geschützt. Mehrmals wurde auch schon der Weg ausgebessert und die Sträucher zurückgeschnitten. Die Dorfgemeinschaft Molpertshaus sieht dies als eine ihrer Aufgaben im "Portfolio" an. Vergelt's Gott dafür!
Text und Fotos: Günter Brutscher (Berichtungen, Ergänzungen, Anmerkungen gerne an gbrutscher@gmail.com)
Hinweise zur Geschichte des Kreuzwegs in Molpertshaus gibt es per Klick auf nachfolgenden Schriftzug: GESCHICHTE DES MOLPERTSHAUSER KREUZWEGS

 Molpertshaus, Anlage Kreuzweg Molpertshaus, Bildstock 
Molpertshaus, Station 1 Gebhard Fugel, Kleiner Kreuzweg, Station 1 Molpertshaus, Station 2 Molpertshaus, Station 3 Molpertshaus, Station 4 Gebhard Fugel, Kleiner Kreuzweg, Station 4 Molpertshaus, Station 5 Molpertshaus, Station 6 Molpertshaus, Station 7 Molpertshaus, Station 8 Gebhard Fugel, Kleiner Kreuzweg, Station 8 Molpertshaus, Station 9 Molpertshaus, Station 10 Molpertshaus, Station 11 Gebhard Fugel, Kleiner Kreuzweg, Station 11 Molpertshaus, Station 12 Molpertshaus, Station 13 Molpertshaus, Station 14 Molpertshaus, ehemaliges Stationsbild, Station 14



 
Kreuzweg zur Josefskapelle im Wald beim SCHLOSS ZEIL
, Seelsorgeeinheit Leutkirch, Dekanat Allgäu-Oberschwaben

Der Kreuzweg zur 1858 errichteten Josefskapelle im Wald beim Schloss Zeil wurde 1960 mit Tonreliefs von Baronin Anna von Wambold gestaltet.
Die Josefskapelle selbst wurde 1858 erbaut. Die unterschiedliche Färbung der Stationen hat sich durch die Sonneneinstrahlung ergeben, die, je nach Standort, verschieden, mal schattiger, mal sonniger war. So lohnt sich auch hier der Besuch des Kreuzwegs, der etwas außerhalb der Ortschaft liegt. Zu finden ist der Weg, wenn man die Hauptstraße bald am Ortseingang (aus Richtung Unterzeil) nach rechts verlässt. Der Weg im Wald von Schloss Zeil lohnt allemal, vielleicht trifft man auch auf ein paar Wildschweine, denen man aber nur vorsichtig näher kommen sollte.

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Kreuzweg WANGEN IM ALLGÄU (Friedhof St. Wolfgang), Seelsorgeeinheit An der Argen, Dekanat Allgäu-Oberschwaben


Der Wangener Kreuzweg wurde von Josef Braun (*1903, + 1965) gemalt. Die Zeitspanne der Entstehung ist von 1931 bis 1957. Zur Zeit des Nationalsozialismus galten die Bilder von Josef Braun als entartet. Deshalb konnte er den begonnenen Kreuzweg erst nach dem Krieg fortsetzen bzw. musste zerstörte oder beschädigte Bilder neu bearbeiten. Dies gilt etwa für die Station 10, Jesus wird seiner Kleider beraubt. Die Station ist in einer originalen Schwarz-Weiß-Fotograie aus dem Jahr 1932 (oder 1931) und in der aktuellen Fassung abgebildet. Die Nachbearbeitung der Station nach dem Krieg zeigt die beiden Männer (links) in Uniformen. Es ist anzunehmen, dass mit dieser "Interpretation" Josef Braun seine Erfahrungen aus der Zeit des Nationalsozialismus ansatzweise verarbeitete. Auf dem Schwarz-Weiß-Foto ist naturgemäß die Farbe des Anzugs des Peinigers ganz links nicht eindeutig zu identifizieren. Die Nachbearbeitung deutet allerdings mit großer Wahrscheinlichkeit mit der Farbe braun eine SA-Uniform an.
Bei genauer Betrachtung ist in der Kunst Josef Brauns vor und nach dem II. Weltkrieg insgesamt eine Entwicklung zu erkennen. Als Ansatzpunkt können die Station 1 (Jesus bei Pilatus), die er bereits 1931 gemalt hat und eben die Station 10 (Jesus wird seiner Kleider beraubt), die erst deutlich nach dem Krieg überarbeitet wurde, angesehen werden. Die meisten seiner Kreuzwegbilder hat der Wangener, ein Neffe August Brauns (*1876, + 1956), signiert.
Ein Besuch auf dem St. Wolfgang-Friedhof in Wangen im Allgäu (am Gehrenberg, Friedhofstraße) lohnt sich nicht nur wegen des Braun'schen Kreuzwegs. Zum einen ist ein Friedhof stets auch ein Ort zum Innehalten, zum anderen sind nicht nur die Kreuzwegstationen, sondern eben auch die oft schon sehr alten Gräber und deren Gedenksteine sowie die Wolfgangskapelle lohnende Ziele, um zu verweilen, der Verstorbenen zu gedenken und für diese und die Welt zu beten. Zudem sind neben den Kreuzwegstationen noch andere Bilder von Josef Braun zu finden. Allerdings fehlen die Stationen 5 (Simon von Zyrene), 6 (Veronika reicht Jesus das Schweißtuch), 12 (Jesus stirbt am Kreuz), 13 (Jesus wird vom Kreuz abgenommen) und 14 (Jesus wird ins Grab gelegt). Nach Auskunft des Ortsheimatpflegers von Wangen, Stephan Wiltsche, ist anzunehmen, dass wenigstens ein Teil dieser Stationen entweder nicht fertig gestellt wurden oder, nachdem diese im Nationalsozialismus als entartet galten, gar entfernt wurden. So etwa die Station 12 (Jesus stirbt am Kreuz), die als Kreuzigungsgruppe vor der Wolfgangskapelle stand (siehe Schwarz-Weiß-Foto).
An dieser Stelle muss noch angemerkt werden, dass die nachfolgende fotografische Dokumentation eine außergewöhnliche Rarität darstellt. Dies ist einerseits Stephan Wiltsche, Dekanatsreferent und Ortsheimatpfleger der Stadt Wangen, zu verdanken. Ihm wiederum wurden die Schwarz-Weiß-Fotografien, die so bis dato (Mai 2021) noch nirgends veröffentlicht wurden, aus dem Nachlass von Pfarrer Wolfgang Figel (* 1926, + 2018), übergeben. Pfarrer Figel ist in Wangen aufgewachsen. Woher er selbst die Bilder erhalten hat, die alle mit dem Hinweis "kein Negativ" versehen sind, ist nicht bekannt.
Besondere Aufmerksamkeit gilt in der Reihe der Schwarz-Weiß-Fotografien der Kreuzigungsgruppe. Die Personen, Jesus von Nazareth und die Schächer (der Überlieferung nach namens Dysmas und Gestas) wurden auf Kupferplatten aufgemalt und an den Kreuzen befestigt. Im Nationalsozialismus galt die Kunst Josef Brauns als "entartet". Das hat für die Station 12, die Kreuzigungsgruppe, die zugleich also die Station Jesu stirbt am Kreuz , bedeutet, dass die Bilder  verstümmelt und später abgebaut wurden. Die Stationen 13 und 14, die sich im Narthex, dem Vorbau der Wolfgangskapelle, als Fresko gemalt, befanden, gibt es ebenfalls nicht mehr. Nun fehlt vom Braun'schen Kreuzweg auf dem Friedhof St. Wolfgang in Wangen im Allgäu nur noch die Station 5 "Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz zu tragen" und die Station 6, also "Veronika reicht Jesus das Schweißtuch". Diese wurden allerdings niemals gemalt, weil die hierfür erforderlichen Stationen nicht gebaut wurden.
Jedenfalls gilt sowohl Pfarrer Wolfgang Figel posthum und aktuell Stephan Wiltsche ein großes Vergelt's Gott für die Schwarz-Weiß-Fotografien mit den Hinweisen, die nachfolgend zu sehen sind.

Foto mit Hinweisen zum Aufnahmedatum und "Schicksal der Station" Ansicht Kreuzweg Wangen Kreuzwegstation Wangen Gehäuse für die Stationen 13 und 14, nicht mehr vorhanden Wolfgangskapelle Wangen  Kreuzweg Wangen, Josef Braun, Station 1  Kreuzweg Wangen, Josef Braun, Station 2 Kreuzweg Wangen, Josef Braun, Station 3 Kreuzweg Wangen, Josef Braun, Station 4 Kreuzweg Wangen, Josef Braun, Station 7 Kreuzweg Wangen, Josef Braun, Station 8  Kreuzweg Wangen, Josef Braun, Station 9 Station10 Original 1932 Kreuzweg Wangen, Josef Braun, Station 10 Kreuzweg Wangen, Josef Braun, Station 11  Station12 Tod Jesu am Kreuz, Station nicht mehr vorhanden Station 13 Abnahme vom Kreuz, 1932, nicht mehr vorhanden Station 14 Jesus wird ins Grab gelegt, nicht mehr vorhanden Station 14 Jesus wird ins Grab gelegt, Detail
  Josef Braun, Signatur 1931 Josef Braun, Signatur 1957



 
Kreuzweg PFÄRRICH, Seelsorgeeinheit An der Argen, Dekanat Allgäu-Oberschwaben


Der Kreuzweg an der übrigens sehr steilen Straße von der Bundesstraße 32 nach Pfärrich und zur Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Geburt ist ein besonderer in der Reihe unserer Kreuzwege. Die sieben Stationen zeigen die 7 Schmerzen Mariens (Weissagung des Simeon, Flucht nach Ägypten, Suche nach dem Jesusknaben in Jerusalem, Begegnung auf dem Kreuzweg Jesu, Tod Jesu, Aufnahme Jesu in den Schoß der Mutter nach Abnahme vom Kreuz, Grablegung Jesu), die in der Volksfrömmigkeit immer wieder von Bedeutung sind. Der Gedenktag der Sieben Schmerzen Mariens ist der 15. September, ein Tag nach dem Fest Kreuzerhöhung. Das Fest wurde von Pius VII im Jahre 1814 für die Gesamtkirche eingeführt. Zuvor wurde dieses allerdings schon seit 1667 vom Servitenorden gefeiert. Auf den Kreuzwegstationen sind die sieben Schmerzen, die die Mater Dolorosa, die Schmerzensmutter, erleiden musste, schriftlich formuliert. Die Mater Dolorosa wurde in der christlichen Kunst ein Typus der Mariendarstellung, neben der Maria-Hilf-Darstellung, der Mondsichelmadonna, der Schutzmantelmadonna, der Pietà, der Lourdes-Madonna, der Schwarzen Madonna oder auch der Maria Knotenlöserin. Eine in unserer Region bedeutende Darstellung der sieben Schmerzen Mariens findet sich im Chorraum der Osterhofener Kapelle Mariä Opferung, die derzeit (Mai 2021) leider nicht besichtigt werden kann, weil offensichtlich die Gefahr besteht, dass Teile der Decke im Schiff herabstürzen könnten.
Die Bildstöcke, die zur Pfärricher Wallfahrtskirche führen, sind aus Holz (sowohl die Stelen, als auch die Halbreliefs selbst). Leider ist aktuell eine Verglasung schadhaft und wurde bis auf Weiteres nur provisorisch repariert.
Zu den sieben Schmerzen Mariens gibt es ein Gedicht, das unter dem Titel "Stabat mater", in adaptierter Übersetzung als "Christi Mutter stand mit Schmerzen" bekannt ist. Das Stabat Mater in der deutschen Übersetzung von Heinrich Bone aus dem Jahr 1847 ist im Gotteslob unter der Nummer 885 zu finden.
Neben den 7 Schmerzen Mariens gibt es auch die 7 Freuden Mariens. Diese sind (in Kurzfassung): Verkündigung, Heimsuchung, Geburt Jesu, Anbetung der Weisen, Wiederauffinden des 12-jährigen Jesus im Tempel, Auferstehung Jesu, leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel.
Den Pfärricher Kreuzweg mit den sieben Stationen der Schmerzen Mariens gibt es seit dem Herbst 1948. Wie aus einem Artikel der Schwäbischen Zeitung zu entnehmen ist, hat Franz Rundel zusammen mit dem Pfärricher Oberlehrer Hermann Götz die Idee entwickelt,  die Pilger auf deren Weg zur Pfärricher Wallfahrtskirche mit Bildstöcken an die sieben Schmerzen Mariens zu erinnern. Die Einweihung des Pfärricher Kreuzwegs erfolgte zum Fest der sieben Schmerzen Mariens am 15. September 1948. Bei der Einweihung wurde daran erinnert, dass die sieben Stationen zu Ehren der Schmerzenskönigin aus Dankbarkeit darüber, dass die Pfarrei Pfärrich von jeglicher Zerstörungnach dem II. Weltkrieg verschont geblieben ist, erstellt wurden. Die Pfärricher erlebten am Sonntag, 29. April 1945, wie französsiche Panzertruppen fast ganz Geiselharz, das nur wenige Kilometer von Pfärrich entfernt liegt, niederbrannten. Franz Rundel, so berichtete sein mittlerweile hochbetagter Sohn Bernhard, der jahrzehntelang die Stationen pflegte und zugleich als Kirchenpfleger für Pfärrich tätig war, hat die Einweihung des Kreuzwegs leider nicht mehr erlebt. Der Zeitungsbericht beruft sich auf das Buch "Pfärrich - Geschichte einer Wallfahrtskirche", das 1991 vom Arbeitskreis für Amtzeller Geschichte herausgegeben wurde und im Wesentlichen auf Recherchen von Walther Schmid, dem ehemaligen Amtzeller Bürgermeister in den Jahren 1966 bis 1986, beruht.
Quelle: Schwäbische Zeitung, Ausgabe Wangen, 18. April 2019, Seite 19
Stationenweg Pfärrich Stationenweg Pfärrich Stationenweg Pfärrich Stationenweg Pfärrich, 1. Station Stationenweg Pfärrich, 1. Station Stationenweg Pfärrich, 2. Station Stationenweg Pfärrich, 2. Station Stationenweg Pfärrich, 3. Station Stationenweg Pfärrich, 3. Station Stationenweg Pfärrich, 4. Station Stationenweg Pfärrich, 4. Station Stationenweg Pfärrich, 5. Station Stationenweg Pfärrich, 5. Station Stationenweg Pfärrich, 6. Station Stationenweg Pfärrich, 6. Station Stationenweg Pfärrich, 7. Station Stationenweg Pfärrich, 7. Station



 
WINTERSTETTENSTADT, Kirchengemeinde St. Georg, Seelsorgeeinheit Riß-Federbachtal, Dekanat Biberach


Der Kreuzweg in Winterstettenstadt reicht von der Ölbergkapelle in der Ortschaft bis zur Kapelle 14 Nothelfer. Noch vor der Ölbergkapelle befindet sich ein Kreuz auf einem außergewöhnlich großen Findling, der wohl noch aus der würmeiszeitlichen Vergletscherung (vor ca. 12.000 Jahren) stammt, die in dem heutigen Winterstettenstadt in einer Endmoräne "auslief".
Die Kreuzwegstationen sind etwa 2 Meter hoch. Die Kreuzwegbilder sind 34 Zentimeter breit und 44 Zentimeter hoch. Die Säulen sind nicht sehr breit ausgebildet. Die Station 12 (Tod Jesu am Kreuz) lag zum Zeitpunkt der Aufnahmen (Juni 2021) am Boden. Es war am Montag, 17. Mai 2021, als eine Windböe am Kreuzweg eine Esche entwurzelte. Deren Stamm fiel so, dass dieser die 12. Station streifte und aus der Verankerung riss. Das Blechdach und das Kreuz auf der Staion wurden dabei beschädigt. Das Bild blieb unversehrt.
Die heutigen Stationen des Kreuzwegs wurden im Jahre 1979 durch die mit Eisen bewehrten, aus Beton gefertigten Bildstöcke ersetzt. Diese wurden von der Firma BEWO in Unteressendorf hergestellt. Die Stationsbilder selbst wurden übernommen. Sie wurden im Jahre 1881 von der Mayer'schen königlichen Hof-Kunstanstalt in München zum Preise je Station in Höhe von 100 Mark hergestellt. Die Stationen in Winterstettenstadt sind mit denen zur Loretokapelle in Wolfegg nahezu identisch, allerdings waren die Winterstettenstädter Stationsbilder, nach der Quittung über die Bezahlung derselben vom 27. September 1881 schon urprünglich gefaßt, also farbig bemalt. In der Chronik von Winterstettenstadt wurden Hinweise gefunden, dass schon 1709 ein Kreuzweg erstellt wurde, eine andere Quelle nennt gar die Jahreszahl 1701, als 12 Gulden "für die Däfelein an die Bildstöck zu mohlen und umb farben" berechnet wurden. Historischer Ausgangspunkt des Kreuzwegs war wohl ein Bildstock, der an der Stelle der heutigen Kapelle 14 Notlhelfer von einem Bauern aus Dankbarkeit über seine gelungene Flucht vor den Reisigen (Söldnern) des Bauernjörgs errichtet wurde. Wohl Ende des 16. Jahrhunderts wurde dort die erste Kapelle, genannt die "rothe Kapelle" errichtet, wobei schon damals auf die Giebelwand die 14 Nothelfer gemalt wurden. Die erste Prozession zu dem damals Rochuskapelle genannten Heiligtum wird im Pestjahr 1628 erwähnt. Die heutige Kapelle wurde nach Abriss der alten Kapelle im Jahre 1880 erbaut. Das Altarbild zeigt dabei ganz unten den bis dahin bestehenden Kreuzweg. Dieser war allerdings schon so beschädigt, das die Stationen mit Ziegelsteinen neu gemauert wurden. Die alten, auf Blech gemalten Stationsbilder waren offensichtlich auch nicht mehr zu retten, sodass diese durch die oben erwähnten Bilder aus Zinkguss ersetzt wurden. Gespendet wurden die Tafeln von Simbert Schwarz vom Stadelhof. Leider überstanden auch die aus Ziegelsteinen gemauerten Stationen keine 100 Jahre. Sie mussten, weil durch Schwamm marode geworden und nur unter erheblichem Aufwand überhaupt reparabel geworden, durch neue Stationen im Jahre 1979 ersetzt werden (siehe oben). Somit ist der aktuelle Kreuzweg jetzt der dritte mit der zweiten Stationsbilder-Generation, der von der Ölberkapelle zur Kapelle 14 Nothelfer gebaut wurde. Die Stationsbilder selbst wurden erst 2016 renoviert, wobei sich Rudolf Domnowski in besonderer Weise hervorgetan hat. In wohl über 400 Stunden hat er die Stationen gereinigt, die Stationsbilder repariert und vor allem originalgetrau mit einem vierfachen Ölfarbenauftrag instand gesetzt. Dafür wurde ihm 2017 auch der Stiftungspreis der Stiftung Wegzeichen der Diözese Rottenburg-Stuttgart (www.stiftung-wegzeichen.de) verliehen. Außer dem Kreuzweg von der Ölbergkapelle zur Kapelle 14 Nothelfer laden auch beide Kapellen selbst zum Verweilen ein. Die Figuren der Ölbergkapelle wurden von der Werkstatt Metz in Gebrazhofen gefertigt. Sehenswert sind auch die Bildtafeln zu den sieben Werken der Barmherzigkeit, die Friedrich Zinser im Jahre 1995 gemalt hat. Auf den Tafeln ist jeweils mit ein oder mehrere Gebäude von Winterstettenstadt zu sehen, wordurch immer auch ein aktueller Bezug hergestellt wurde, so zum Beispiel durch das Schulhaus auf dem Bild "Hungrige speisen", das an die Schulspeisung nach dem II. Weltkrieg erinnern soll.
Anmerkung: Die Informationen habe ich im Wesentlichen von Frau Karin Schöntag erhalten. Hierfür gilt ihr und den Aktiven der Winterstettenstädtischen "Szene" ein herzliches Vergelt's Gott! 
Einen vergleichbaren Kreuzweg mit allerdings deutlich unterschiedlicher Farbgebung und aufwändiger gearbeiteten Bildstöcken gibt es auf der Schwäbischen Alb bei Zwiefalten-Sonderbuch (einfach Ortsname anklicken).                    

Ölbergkapelle Anlage Anlage Anlage Anlage Anlage Anlage Kapelle 14 Nothelfer
Station 1 Station 2 Station 3 Station 4 Station 5 Station 6 Station 7 Station 8 Station 9 Station 10 Station 11 Station 12 Station 13 Station 14 Wolfegg zur Loretokapelle, Station 14



 MERAZHOFEN, Kirchengemeinde St. Gordian und Epimachus, Seelsorgeeinheit St. Gallus, Allgäu, Dekanat Allgäu-Oberschwaben

Der Merazhofer Kreuzweg ist wohl der jüngste im Dekanat Allgäu-Oberschwaben. Dieser wurde nach längerer Anlaufzeit und einer zurückgezogenen Spende für den Bau der Kreuzwegstationen im Jahre 2018 eingeweiht. Der Kreuzweg zeigt Stationsbilder, die als "Ausschnitt-Kopie" des geradezu klassischen Kreuzwegs von Joseph von Führich (1800-1876) zu bezeichnen sind. Die mit Sicherheitsglas geschützten Kreuzwegstationen werden somit dem im 19. Jahrhundert in der sakralen Kunst weit verbreiteten Kunststil der Nazarener zugerechnet, die auf sehr gegenständliche Kunst Wert gelegt haben. Führich, der "Theologe mit dem Stifte", wie er oftmals genannt wird, hat seinen Kreuzweg ursprünglich für die Kirche am St. Lorenzberg in Prag (vor 1836), für die Johannes-Nepomuk-Kirche in Wien (als großformatige Fresken 1844-46) und für die Altlerchenfelder Pfarrkiche in Wien-Neubau (1854-61) gemalt. Sein Kreuzweg gilt als der meist kopierte überhaupt. Wer die Bilder des Merazhofer Kreuzwegs auf die Eiche-Holztafeln gemalt hat, ist allerdings nicht bekannt. Der Merazhofer Kreuzweg wurde vornehmlich vom Pfarrer-Augustinus-Hieber-Verein gewünscht und erhofft. Ursprünglich hätte dieser schon 2010, also zum hundersten Priesterjubiläums des "Allgäuer Segenspfarrer", wie der 1968 verstorbene Augustinus Hieber vielfach genannt wird, eingeweiht werden sollen. Mittlerweile freuen sich nicht nur die Merazhofer darüber, dass im Jahr 2020 der Platz um die Kreuzwegstationen vornehmlich von Ehrenamtlichen gepflastert wurde, sondern auch über eine bienenfreundliche Blumenwiese, die vom Sport- und Naturverein Merazhofen entlang des Weges angelegt wurde. Die mit Biberschwanzziegeln bedeckten Kreuzwegstation, die Herz-Jesu-Statue, vielleicht auch der nahegelegene "Heilige Stein" im Wald und das bei entsprechender Wetterlage herrliche Alpenpanorma lohnen jedenfalls einen Besuch des Kreuzwegs, der gerne auch betend und meditierend gegangen werden kann. Dann bleibt vielleicht auch noch Zeit, das Grab des Segenspfarrers zu besichtigen. Dies, so sei am Rande bemerkt, nimmt sich auch der Schreiber dieser Zeilen zu Herzen. War es doch Pfarrer Hieber, der vor etwa 60 Jahren meiner Mutter in einer sehr besorgten Situation großen Zuspruch erteilte. Mit damals vier kleinen Kindern wollte sie mit meinem Vater eine kleine Existenz in Leutkirch aufbauen. Ein nur unzureichend heilender Fußbruch und ein gebrochenes Versprechen bezüglich einer finanziellen Anschubfinanzierung wurden zu einem existenbedrohlichen Szenario. Pfarrer Hieber segnete meine Mutter, sagte ihr zu, dass ihre Kinder alle gesund heranwachsen würden und dass eines der später sechs Kinder etwas ganz Besonderes werden sollte. Diese Zusage haben wir alle gerne für uns in Anspruch genommen. So sei dem Pfarrer Hieber an dieser Stelle ein posthumes "Vergelt's Gott" zugesprochen. Ein gutes Wort kann das Leben gelingen lassen...
P. S. Die nachfolgenden Fotos sind nicht von allerhöchster Qualität. Das Sicherheitsglas macht das Fotografieren nicht gerade einfach. Bisher gelang es mir nur durch abgewinkeltes Aufsetzen des Smartphones auf das Glas einigermaßen ordentliche Fotos zu machen. Die Bildbearbeitung fiel im Nachgang dann auch noch etwas überschwänglich intensiv aus. Dennoch, einen Eindruck vom Kreuzweg vermitteln die Bilder allemal.

Anlage Anlage Anlage Anlage Anlage Anlage 1. Station 2. Station  3. Station 4. Station 5. Station 6. Station 7. Station 8. Station 9. Station 10. Station 11. Station  12. Station 13. Station 14. Station



 
NIEDERWANGEN, Kirchengemeinde St. Andreas, Seelsorgeeinheit Wangen im Allgäu, Dekanat Allgäu-Oberschwaben

Gleich vorweg: Die beeindruckenden Kreuzwegstationen in Niederwangen und die den Kreuzweg abschließende Kalvarienberg-Kapelle gehören nicht der Kirchengemeinde Niederwangen. Sie sind im Privatbesitz der Familie Klotz und werden von Andreas Klotz und seiner Ehefrau betreut. Dieses Engagement ist beachtlich, bedeutet der Besitz doch in erster Linie Verantwortung und Engagement. So stehen neben der alltäglichen Pflege, dem Öffnen der Kapelle am Samstag und Sonntag bei gutem Wetter und manch anderen Aufgaben auch enorme Kosten zu Buche. Glücklicherweise wird die Familie Klotz durch Ehrenamtliche des Niederwangener Heimatvereins oder aus der Bevölkerung durch Mitarbeit, Zuschüsse und Spenden unterstützt. So sind offensichtlich bei der letzten Sanierung der Kreuzwegstationen in den Jahren 2015 bis 2017 allein 20.000 Euro Spenden zur Finanzierung der ca. 80.000 Euro teuren Maßnahme geflossen. Außer den Spenden haben sich der Heimatverein, das Landesdenkmalamt, der Landkreis Ravensburg, die Stadt Wangen im Allgäu, die katholische Kirchengemeinde St. Andreas, die Kreissparkasse und die diözesane "Stiftung Wegzeichen" an den Kosten beteiligt. Ursprünglich wurden die Kreuzwegstationen im Jahr 1919 erstellt. Es waren die Eheleute Genovefa und Josef Feßler, die seinerzeit den Kreuzweg versprachen, sollte ihr Sohn Alois aus dem Krieg zurückkehren. Alois erlag allerdings im Oktober 1918 seinen Verletzungen, die er sich auf dem Weg von Italien an die Westfront zugezogen hatte. Der Kreuzweg wurde aber dennoch von der Mutter und den Geschwistern von Alois verwirklicht. Wie dieser dann allerdings in den Besitz der Familie Klotz übergegangen ist, muss erst noch genauer recherchiert werden.
Mit großer Sicherheit kann festgestellt werden, dass die Reliefs der Kreuzwegstationen aus der Mayer'schen Hofkunstanstalt in München stammen. Die Mayer'sche Hofkunstanstalt hat offensichtlich Ende des 19. Jahrhunderts mehrere, meistens gegossene Kreuzwegbilder nach Vorlage des Künstlers Joseph Knabl angeboten. Als Beleg für die Annahme, dass Knabl der Künstler des Niederwangener Kreuzwegs ist, dient das Büchlein, besser vielleicht die Broschüre von Josef Danko, Kreuzweg mit den Bildern der Wallfahrtskirche "Herrgottsruh" aus dem Pallotti-Verlag Friedberg. Die Wallfahrtskirche Herrgottsruh in Friedberg bei Augsburg zeigt unter anderem Kreuzwegstationen, die fast identisch mit denen sind, die der Niederwangener Kreuzweg zeigt. Allerdings sind die Kreuzwegbilder der Wallfahrtskirche Herrgottsruh deutlich größer und nicht in Bildstöcken zu sehen, sondern vor der Kirche an der Mauer zwischen Eingangstor und Priesterhaus angebracht. Nachfolgend werden zwei der Stationen von Herrgottsruh neben die Niederwangener Kreuzwegbilder gestellt. Damit soll deutlich werden, dass einige Stationen geradezu identisch sind, andere sich in Nuancen, eventuell auch in der Farbgebung unterscheiden. Zudem entspricht die Anordnung der Stürze Jesu unter dem Kreuz nicht denen, wie sie in Niederwangen aufgestellt sind (Station 3 in Niederwangen entspricht Station 7 in Herrgottsruh; Station 7 in Niederwangen entspricht Station 3 in Herrgottsruh; Station 9 in Niederwangen entspricht demnach Station auch der Station 9 in Herrgottsruh).
Joseph Knabl war ein österreichischer Bildhauer. Er lebte von 1819 bis 1881 und starb in München. Seit 1858 war er künstlerischer Leiter der Mayer'schen Hofkunstanstalt. Zudem war er Professor an der Königlichen Akademie der bildenden Künste in München. Laut Wikipedia-Artikel sind unter anderem auch im Rottenburger Dom St. Martin Figuren von ihm zu sehen.
Im Hinblick auf die Geschichte des Niederwangener Kreuzwegs ist also anzunehmen, dass Kreuzwegbilder, die als Modell von Joseph Knabl geschaffen wurden, auch noch weit nach dessen Tod bis ins 20. Jahrhundert bei der Mayer'schen Hofkunstanstalt bestellt werden konnten.
Einige Kreuzwegstationen des Niederwangener Stationenwegs auf dem Kalvarienberg wurden schon Anfang des 21. Jahrhunderts saniert. Dennoch war eine weitere, nun allerdings auch umfassende Sanierung und Sicherung der Stationen mit dem erheblichen Kostenaufwand (siehe oben) vor einigen Jahren erforderlich. Zudem mussten die Stationen den Anforderungen des Denkmalamts und des Sanierungsbeauftragten der Stadt gerecht werden. Im April 2017 konnte dann die Einweihung durch den leitenden Pfarrer der Seelsorgeeinheit Wangen, Dr. Claus Blessing, erfolgen. Zur Segnung der Kreuzwegstationen wurde auch die Herz-Jesu-Figur der Familie Hubert Beck am Fuße des Kreuzwegs wieder aufgestellt.
Bisher liegen dem Schreiber dieser Zeilen noch keine Erkenntnisse darüber vor, wer der Künstler oder die Künstlerin ist, der oder die die Kreuzwegreliefs gestaltet hat. Vermutlich stammen die Kreuzwegstationsbilder aber auch der Mayer'schen Hofkunstanstalt München.
Die nachfolgenden Fotos sind nicht gerade von bester Qualität. Einerseits hat es am Tag der Aufnahme geregnet, andererseits sind, wie auch bei anderen Kreuzwegen die Verglasungen für den Hobbyfotografen stets eine große Herausforderung. Bei ganz genauer Betrachtung ist auf der einen oder anderen Station der Versuch, dass wenigstens der Fotograf aus der Station "herausfällt" leider nicht so ganz gelungen... Ach, und noch eine Bemerkung: Vielleicht ist es von irgendjemandes Interesse: Die Bilder sind mit einem Apple iPhone 11 Pro Max aufgenommen.
Quellen:
Die obigen Ausführungen sind im Wesentlichen zwei Zeitungsartikeln von Susi Weber aus der Schwäbischen Zeitung, Ausgabe Wangen im Allgäu, aus den Jahren 2015 und 2017 entnommen.
Danko, Josef, Kreuzweg mit den Bildern der Wallfahrtskirche "Herrgottsruh", Pallotti-Verlag Freidberg 2003, Fotos (Repros) Seite 56 (Station 12) und Seite 60 (Station 13)
https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Knabl, entnommen: 26.06.2021

Anlage Anlage Anlage Anlage Herz-Jesu-Statue Anlage
  1. Station 2. Station 3. Station 
4. Station 5. Station 6. Station 7. Station 8. Station 9. Station 10. Station 11. Station 12. Station Kreuzweg Herrgottsruh, Station 12 (zum Vergleich) 13. Station Kreuzweg Herrgottsruh, Station 13 (zum Vergleich) 14. Station
Detail, Station 4  Detail, Station 13
Detail, Station 11 




RATZENRIED, Friedhof, Seelsorgeeinheit Argenbühl, Dekanat Allgäu-Oberschwaben

Über den Kreuzweg auf dem Friedhof von Ratzenried schreibt Ursula Rückgauer, die Kreisbeauftragte für Denkmalpflege beim Landratsamt Ravensburg:
"Der Friedhof in Ratzenried befand sich ursprünglich wie in den meisten Gemeinden innerhalb des Ortes rund um die Kirche. Doch Ende des 19. Jh. wurde er wie vielerorts aufgrund der beengten Platzverhältnisse und zur Verbesserung der Hygiene weit außerhalb nördlich des Dorfes als ummauertes Viereck angelegt. Am 2. Dezember 1894 fand die Weihe dieses neuen Gottesackers statt. 1904 erhielt der Friedhof seine charakteristische Fernwirkung durch den Bau der Gruftkapelle an die nördliche Umfassungsmauer. Der damals sehr bekannte Stuttgarter Kirchenarchitekt Joseph Cades (* 1855, + 1943, geboren in Altheim, heute zu Schemmerhofen gehörend) fertigte den Entwurf der Kapelle für die Grafen von Beroldingen. In Sichtweite des gräflichen Schlosses wurde für die Patronatsherren von Ratzenried eine Grablege in neuromanischen Stil erbaut: Es handelt sich dabei um einen hoch aufragenden Zentralbau mit kreuzförmigen Grundriss und eingezogener halbrunder Apsis, dessen gedrungener achteckiger Vierungsturm schon von weitem sichtbar ist.

Eine besondere Rarität bekam der Friedhof dann sechs Jahre später: Am 25. September 1910 wurde in Ratzenried ein Kreuzweg eingeweiht, der in unserer Region vermutlich einzigartig ist. Eine Münchner Firma fertigte ihn nach dem Entwurf des Münchner Künstlers und Architekten Hans Müller, der ihn auch nach der Herstellung künstlerisch überarbeitete. Dabei handelt es sich um 14 Stationsmonumente aus Kunststein, die gleichzeitig als Grabdenkmale dienen. Diese ungewöhnliche Doppelfunktion war von Anfang an geplant und war Teil der künstlerischen Konzeption des Prozessionswegs.
Die Doppelfunktion wurde von Seiten der Gemeinde in Abstimmung mit der Denkmalpflege dahingehend aufgehoben, dass eine Wiederverwendung bei Neubelegung der Gräber zum Schutz der denkmalgeschützten Stehlen nicht mehr erfolgen soll. Zuviel wurde in der Vergangenheit durch das Anbringen der Schrift den Steinen verändert und eingegriffen.

In den Kunststein der Kreuzwegstelen sind im oberen Viertel an der Stirnseite Reliefdarstellungen des Leidensweg Christi eingearbeitet, die fast die ganze Breite einnehmen. Die Reliefs waren ursprünglich an einzelnen Teilen vergoldet. Der Hintergrund wurde mit einem blauen Glasmosaik belegt, was die Reliefs sehr wirkungsvoll hervorhob. Das Glasmosaik konnte sich bis heute mit kleineren Schäden erhalten, wohingegen die Vergoldungen leider komplett verschwunden sind. Unter den Reliefdarstellungen wurden die Bezeichnungen der einzelnen Stationen eingemeißelt. Die Schriftzeichen waren in einem braunroten Farbton gefasst. Die untere Hälfte der Kunststeinstelen ist den Grabinschriften vorbehalten, im Sockel sind Weihwasserschälchen eingearbeitet. Nimibierte Metallkreuze bekrönen die Stelen als zusätzlichen Akzent.

Die Stelen wurden rechts und links von der gräflichen Gruftkapelle, an den Seitenwegen des Friedhofs entlang der Umfassungsmauer aufgestellt, so dass sich eine Grabreihe zwischen der Mauer und den Kreuzwegstationen befindet. In dieser Grabreihe befinden sich auch die den Kreuzwegstelen zugeordneten Gräber. Mit dieser symmetrischen Anordnung beziehen sich die Kreuzwegstationen unmittelbar auf das romanische Bauwerk und gliedern den Friedhof auf harmonische Weise.

Der Argenbote berichtet am 29.10.1910 in seinem Bericht anlässlich der Einweihung des Kreuzweges: „Der Kreuzweg mit seinem originellen Doppelzweck ist einer Besichtigung wert. Die Stationsgräber sind zu einem größeren Teil bereits vergeben. Obwohl die Denkmalliste für den Landkreis Ravensburg bereits Ende der 1970er Jahre erstellt wurde, wurde der Bedeutung der herausragenden Kreuzwegstationen erst im Jahre 2003 durch die Denkmalpflege Rechnung getragen. Damals wurde nicht nur seine Denkmaleigenschaft festgestellt, sondern der Friedhof insgesamt mit seiner architektonisch reizvollen Gruftkapelle und den Kreuzwegstationen mit ihrer Doppelfunktion als Sachgesamtheit aus wissenschaftlichen, künstlerischen und heimatgeschichtlichen Gründen unter Denkmalschutz gestellt, an deren Erhaltung insbesondere wegen seines dokumentarischen und exemplarischen Wertes ein öffentliches Interesse besteht."

Quelle: https://www.ratzenried.de/index.php/friedhof.html

Ursula Rückgauer, Der Kreuzweg auf dem Friedhof von Ratzenried, in: Im Oberland 2008, Heft 1, Seite 41f


Gruftkapelle Anlage
Anlage
1. Station 2. Station  3. Station 4. Station 5. Station 6. Station 7. Station 8. Station 9. Station 10. Station 11. Station 12. Station 13. Station 14. Station




Kreuzweg DEUCHELRIED, Kirchengemeinde St. Petrus, Seelsorgeeinheit Wangen, Dekanat Allgäu-Oberschwaben

Die Marienstatue wurde in der Maier´schen Hofkunsthandlung in München gekauft. Die Grotte selber wurde von dem aus Tettnag stammenden Steinhauermeister Bruder aus Tuffstein geschaffen, der bis vom Bäratal (nahe Beuron an der Donau) hergeschafft wurde. Auch wurde ein Gitter gemacht (Schmiedemeister Merath aus Deuchelried), sowie eine Wasserleitung verlegt. Insgesamt wurden für die Anlage, incl. des 2 Jahre später enstandenen Kreuzweges 6000 Goldmark ausgegeben, was zu dieser Zeit eine enorme Summe darstellte.
Als Witwe vermachte Kreszentia Bodenmiller die Anlage der Kirchengemeinde, die sie bis heute im Mai an jedem Montagabend und von Juni bis September an jedem Sonntagabend mit Gebet füllt. Am Grottenfest tritt sogar immer ein "Grottenchörle" zusammen, die mit einer Abordnung der Musikkapelle und vielen Gläubigen den Ort als einer des Gebets mit Leben und Musik erfüllt."
Quelle: https://www.katholische-kirche-wangen.de/st-petrus-deuchelried/unsere-kirche/kirchengeschichtliches/
Ergänzend kann angemerkt werden, dass der Kreuzweg wohl ebenfalls in der Mayer'schen Hofkunstanstalt hergestellt wurde. Die Halbreliefs ähneln denen des Kreuzwegs in Wolfegg (dort aus Zinnguss) und denen des Kreuzwegs von Winterstettenstadt (dort aus gefasstem Zinnguss). Die Mayer'sche Hofkunstanstalt wurde übrigens von Joseph Gabriel Mayer (* 1808 in Gebrazhofen, + 1883 in München) gegründet, dem Sohn eines wohlsituierten Bäckermeisters, genannt der "Dresenbeck" in Gebrazhofen. Dieser entwickelte ein ganz besonderes Verfahren zur Herstellung von religiösen Kunstgegenständen in großer Auflage. So kann man den Deuchelrieder Kreuzweg in Variationen in zahllosen Kirchen oder auch im Freien in vielen Ländern finden.

Anlage Anlage, Lourdes-Grotte Lourdes-Madonna Bernadette Soubirous

1. Station 2. Station 4. Station 5. Station 6. Station 7. Station 8. Station 9. Station 10. Station 12. Station 13. Station 14. Station





 

AULENDORF, Kirchengemeinde St. Martinus, Dekanat Allgäu-Oberschwaben 

Der Kreuzweg in Aulendorf führt von der Stadt auf einem etwa ZWEI Kilometer langen Weg zur Hohkreuzkapelle. Neben der Kapelle steht mittlerweile eine 15. Station (der Auferstandene), die allerdings ganz bewusst im Stil und im Material (Ton) anders gestaltet ist, als die 14 Stationen, die am 16. Oktober 1870 eingeweiht wurden. Nach Thierer/Rückgauer, Stätten der Stille, Seite 95 wurden die Stationen vom Zementfabrikanten Scheibenstock gestiftet, der sie auch herstellte. Allerdings dürften die Stationsbilder selbst vermutlich auch aus der Mayer'schen Hofkunstanstalt in München stammen. Den Kreuzweg gibt es in etwas anderer Farbigkeit auf dem Weg zur Wallfahrtskirche Maria Zell, Hechingen-Boll zu besichtigen. Per Klick auf nachfolgenden Schriftzug sind die Kreuzwegbilder zu sehen. KREUZWEG HECHINGEN-BOLL
Einmal mehr ist der Kreuzweg dem im 19. Jahrhundert in der kirchlichen Kunst häufig anzutreffenden Stil der Nazarener mit ihrer sehr plastischen, konkreten Malerei zuzuordnen. In der Kunstszene wird dieser Stil in unserer Zeit eher kritisch betrachtet. Unabhängig davon sprechen die Darstellungen die Menschen an, geben ihnen Impulse, beim Meditieren des Kreuzwegs selbst darüber nachzudenken, was sie im Leben belastet, wo ihnen das Kreuz drückt. Der Weg von der Stadt bis zur Hohkreuzkapelle lohnt also nicht nur wegen der bei entsprechender Wetterlage phantastischen Aussicht, sondern auch wegen der Kreuzwegstationen.
Quellen: Manfred Thierer / Ursula Rückgauer, Stätten der Stille. - Die Kapellen im Landkreis Ravensburg, Lindenberg im Allgäu, 1. Auflage 2010, Seite 95
https://www.mariazell-boll.de/kreuzweg, 14.06.2021

Anlage Anlage Anlage  Hohkreuzkapelle Anlage

1. Station 2. Station 3. Station 4. Station 5. Station 6. Station 7. Station 8. Station 9. Station 10. Station 11. Station 12. Station 13. Station 14. Station 15. Station





Kreuzweg SONDERBUCH, Kirchengemeinde Zwiefalten Mariä Geburt, Seelsorgeeinheit Zwiefalter Alb, Dekanat Reutlingen-Zwiefalten

Mit dem Kreuzweg Sonderbuch, der von der Friedhofsmauer fast bis zur Lourdeskapelle in Sonderbuch führt, verlassen wir deutlich das Oberland und begeben uns auf die Schwäbische Alb. Dennoch ist der Kreuzweg auch für das Oberland insofern interessant, als dass eben auch weit über die Oberländer Grenzen hinweg Menschen mit christlichen Kleindenkmalen und Kapellen ihrem Glauben und Gottvertrauen Ausdruck gegeben haben. So ist ganz in der Nähe von Sonderbuch auch eine ehemalige Loreto-Kapelle (hier als Lorettokapelle bezeichnet) zu finden, die mittlerweile allerdings zu einem Hofladen umfunktioniert wurde.
Der Sonderbucher Kreuzweg ist nicht nur wegen der Kreuzwegbilder, sondern auch wegen der aufwändig gestalteten Kreuzwegstationen selbst bemerkenswert.
Die Kreuzwegbilder stammen mit hoher Wahrscheinlichkeit aus der Mayer'schen Hofkunstanstalt in München und wurden vermutlich Ende des 19. Jahrhunderts aufgestellt. Sie sind denen von Winterstettenstadt (siehe oben) sehr ähnlich, unterscheiden sich allerdings in der Farbgebung deutlich. Die Mayer'sche Hofkunstanstalt war vermutlich im 19. Jahrhundert und wohl auch anfangs des 20. Jahrhunderts die erste Adresse für Kreuzwege und andere christliche Kunst, zumindest im Süden Deutschlands. Künstlerischer Leiter der Mayer'schen Hofkunstanstalt (gegründet übrigens, wie weiter oben angedeutet, von einem gebürtigen Gebrazhofener) war seit 1858 Joseph Knabl, ein österreichischer Bildhauer, der viele Modelle und Zeichnungen für christliche Kunstwerke, unter anderem eben auch für Kreuzwegbilder geschaffen hat. Knabl gilt dabei als "Nazarener", einer Kunstrichtung im 19. Jahrhunderts, die sehr auf gegenständliche, konkrete Kunst setzte. Die Nazarener waren lange Zeit (bis weit ins 20. Jahrhundert) in der Kunstszene eher wenig beachtet, haben mittlerweile aber doch wieder Anerkennung gewonnen und sehr verdient, wie jedenfalls der Schreiber dieser Zeilen findet.

Sonderbuch, Anlage Sonderbuch, Anlage Sonderbuch, Anlage Sonderbuch, Anlage

Sonderbuch, Station 1 Sonderbuch, Station 2 Sonderbuch, Station 3 Sonderbuch, Station 4 Sonderbuch, Station 5 Sonderbuch, Station 6 Sonderbuch, Station 7 Sonderbuch, Station 8 Sonderbuch, Station 9 Sonderbuch, Station 10 Sonderbuch, Station 11 Sonderbuch, Station 12 Sonderbuch, Station 13 Sonderbuch, Station 14





   BERGATREUTE, Kirchengemeinde St. Philippus und Jakobus, Seelsorgeeinheit Oberes Achtal, Dekanat Allgäu-Oberschwaben

Nachfolgender Text ist der Homepage der Seelsorgeeinheit Oberes Achtal entnommen und beschreibt die Besonderheit des Impulswegs, der anlässlich des Bergatreuter Wallfahrtsfestes 2021 aufgestellt wurde.
Einen in mehrfacher Hinsicht besonderen Impulsweg mit dem Titel „Auf den Spuren Mariens“ hat die Kirchengemeinde Bergatreute anlässlich des diesjährigen Wallfahrtsfest an Mariä Heimsuchung (2. Juli) aufgestellt. Sieben Stationstafeln sollen so etwas wie ein Ersatz für den traditionellen Prozessionsweg am Wallfahrtsfest entlang des Weges "Am Herrenweiher" in Bergatreute sein.
Besonders ist der Stationen- oder Impulsweg aus mehreren Gründen. Zum einen werden die sieben Tafeln nur eine begrenzte Zeit zu sehen sein, zum anderen verweisen fünf der Stationen unmittelbar auf Wege, die Maria mit Jesus gegangen ist. Das ganz Besondere aber ist, dass über QR-Codes, die auf den Stationsbildern zu sehen sind, Impulse aus dem Internet geladen werden können. Diese Impulse, die auf einer Homepage der Schönstatt-Gemeinschaft eingestellt sind, zeigen einerseits die besinnlichen Texte, die auch auf den Stationstafeln zu lesen sind, spielen aber auch meditative Musik ab, die den Pilgerweg zu einem ganz besonderen Weg machen, der gewiss auch zu innerer Einkehr führen kann.
Die Wege, die Maria mit Jesus gegangen sind, führten sie nach Nazareth, ihre Heimatstadt, nach Bethlehem, nach Kana, auf Golgotha und in den Pfingstsaal. Dabei beginnen die Überschriften stets mit dem Hinweis „Maria, ich sehe dich …“, danach gibt es einen Impuls zu Jesus an dem jeweiligen Ort, eine Würdigung dessen, wie sich Maria in der jeweiligen Situation verhalten hat und schließlich einige Anregungen, was die jeweilige Situation vielleicht auch für den Betrachter oder die Betrachterin bedeuten kann.
Vermutlich lassen sich die QR-Codes, die auf den Stationstafeln zu sehen sind, auch über die auf dieser Seite abgebildeten Fotos auslesen.

Impulsweg Bergatreute, Anlage Impulsweg Bergatreute, Anlage Impulsweg Bergatreute, QR-Code Start


Impulsweg Bergatreute, Station 1 Impulsweg Bergatreute, Station 2, Hinweise Impulsweg Bergatreute, Station 3 Impulsweg Bergatreute, Station 3   Impulsweg Bergatreute, Station 5 Impulsweg Bergatreute, Station 4 Impulsweg Bergatreute, Station 7 





WEINGARTEN, Kirchengemeinde St. Martin, Dekanat Allgäu-Oberschwaben

Auf der äußerst gelungenen Anlage Kreuzberg Weingarten oberhalb des Weingartener Friedhofs gibt es neben dem Kreuzweg noch eine Lourdesgrotte, eine Grabgrotte, eine Ölberggrotte, mehrere Kapellen, eine Pietà, Gedenksteine und Kreuze.
Die Kreuzwegstationen zeigen Bildwerke von Franz Xaver Eberhard (* 1867 in Dischingen, + 1937 in Weingarten). Von Franz Xaver Eberhard stammen noch zahlreiche andere Kunstwerke, sowohl auf dem Kreuzberg, als auch auf dem Kreuzbergfriedhof oder etwa in der Stadt. So hat er die Figur des Longinus auf dem gleichnamigen Brunnen geschaffen. Wohl eines seiner bekanntesten Werke dürfte die Nachbildung der Ravensburger Schutzmantelmadonna sein, die noch heute in der Liebfrauenkirche gezeigt wird. Ansonsten machte sich Eberhard auch einen Namen als Maskenschnitzer für die Weingartener Plätzlerzunft.
Wie bei nahezu allen mit Glas geschützten Kreuzwegstationen sind die Fotos, die an dieser Stelle gezeigt werden, nicht sehr gut. Allerdings sind im Internet kaum bessere zu finden. Zudem habe ich, durch Auflegen des iPhone auf die Glasfläche, Detailaufnahmen machen können, deren Zuordnung zu den einzelnen Stationen ein interessantes "Ratespiel" werden kann.
Der Weingartener Kreuzberg ist im Übringen im Rahmen des "Hochfests" in Weingarten, nämlich dem alljährlichen Blutritt, von besonderer Bedeutung. Am Vorabend des Freitags nach Christi Himmelfahrt, also am Donnerstagabend, gibt es stets eine beeindruckende Lichterprozession auf den Kreuzberg.
https://www.larvenfreunde.de/kuenstler/eberhard-franz-xaver/05. August 2021

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Kreuzweg WOLKETSWEILER, Kirchengemeinde Wilhelmskirch, Seelsorgeeinheit Zocklerland, Dekanat Allgäu-Oberschwaben

Der Kreuzweg Wolketsweiler ist Teil der Andachtsstätte "Föhrenbühl", die im Jahre 1886 von Adolf Aich, dem damaligen Pfarrer von Wilhlemskirch und vormaligem Gründer der Stiftung Liebenau, initiiert wurde. Der Ravensburger Bildhauer und Altarbauer Moriz Schlachter war für diese Andachtsstätte, die neben dem Kreuzweg auch eine Lourdesgrotte, eine Ölberggruppe, eine Grablegung Jesu und andere sakrale Kleindenkmale zeigt, vornehmlich tätig. So wird ihm auch der mittlerweile an vielen Stationen beschädigte Kreuzweg zugeschrieben. Beim Besuch der Andachtsstätte hat der Schreiber dieser Zeilen die ersten drei Stationen des Kreuzwegs nicht gefunden.
Die Kreuzwegstationsbilder sind aus weißem Gips gefertigt. In den Jahren 1991 bis 1993 wurde die gesamte Anlagen, die das Landesdenkmalamt als Kulturdenkmal eingestuft hat, restauriert. Die Gesamtkosten beliefen sich auf ca. 66.600 DM.

Quelle: Kreissparkasse Ravensburg (Hg.), Sakrale Kleinode aus dem Landkreis Ravensburg, Reihe: Kleinode 6, 1999, Seite 62f

Kreuzweg Wolketsweiler, Anlage Kreuzweg Wolketsweiler, Anlage Kreuzweg Wolketsweiler, Anlage Kreuzweg Wolketsweiler, Station 4 Kreuzweg Wolketsweiler, Station 5 Kreuzweg Wolketsweiler, Station 6 Kreuzweg Wolketsweiler, Station 7 Kreuzweg Wolketsweiler, Station 8 Kreuzweg Wolketsweiler, Station 9 Kreuzweg Wolketsweiler, Station 10 Kreuzweg Wolketsweiler, Station 11 Kreuzweg Wolketsweiler, Station 12 Kreuzweg Wolketsweiler, Station 13 Kreuzweg Wolketsweiler, Station 14




Kreuzweg am Kreuzberg UMMENDORF, SE Heimat Baptista Sproll

Der Kreuzweg am Kreuzberg Ummendorf ist ein zentrales Element der Ummendorfer Wallfahrts- und Andachtsstätte. Die Anlage wurde von Prälat Dr. Engelbert Hofele (*1836, + 1902), der von 1880 bis 1902 Pfarrer in Ummendorf war, in den Jahren 1881/82 unter seiner Leitung als Oberschwäbischer Monumental Kreuzberg erbaut. Neben dem Kreuzweg mit seinen 14 Stationen gab es schon früh auch andere Wegzeichen, die die Volksfrömmigkeit kannte und die in Ummendorf einen würdigen Rahmen fanden. Für Hofele war der Bau der Kreuzberganlage so etwas wie seine "Kapital- und Lieblingsidee". Als Vorbild für sein Lebenswerk gilt St. Salvator in Schwäbisch Gmünd. Letzte Gewissheit, dass er sich dieser Aufgabe verschreiben musste, fand er auf seiner Palästinafahrt im Jahe 1880. Maurermeister Franz Xaver Braun aus Ummendorf war bei der Realisierung der Kreuzberganlage ein für Hofele unersetzbarer Unterstützer und Helfer. Den Kreuzberg bekrönt hat eine imposante Kapelle, die von Hefele selbst als "Taborkirchlein" bezeichnet wurde. Diese musste allerdings wegen Baufälligkeit im Jahre 1974 abgerissen bzw. gesprengt werden. Der Neubau der modernen Kapelle erfolgte in den Jahren 2012/2013.  Weihbischof  Dr. Johannes Kreidler hat die Kapelle im September 2013 geweiht. Im September 2014 kam die Bronzefigur des zweifelnden Thomas von Künstler Gerold Jäggle in die Kapelle, zwei Jahre später konnte Pfarrer Jürgen Sauter das ebenfalls von Gerold Jäggle geschaffene Bronzekreuz weihen. 
Der Kreuzweg selbst ist entlang eines Serpentinenwegs angelegt. Die Stationstafeln wurden ursprünglich aus Holz von Gabriel Lämmle (* 1851, + 1925) aus Laupheim geschaffen. Die Stationen selbst wurden aus Material aus der Ausgrabung des Römerbads als kleine Säulentempelchen gebaut. Es war expliziter Wunsch von Pfarrer Dr. Hofele, dass seine geradezu monumentale Anlage von Künstlern aus der Region gestaltet werden sollten. Gefasst wurden die Stationstafeln von Maler Walz aus Ummendorf. Zwischenzeitlich sind allerdings die Originale in die Ummendorfer Pfarrkirche St. Johannes Evg. verbracht. Die Kreuzwegtafeln in den Stationen sind Nachbildungen aus witterungsbeständigem Material, näherhin aus Epoxydharz mit Quarzsand. Nachdem die Anlage zwischenzeitlich immer mehr in Vergessenheit geraten war oder eben immer weniger an Beachtung erfuhr, bemächtigte sich die Natur zusehends der Anlage. Nach der Sprengung der Kapelle wurde das Plateau auf dem Kreuzberg neu gestaltet. Einige Veränderungen wurden vorgenommen. Einen entsheidenden Impuls erfuhr die Anlage, als im Jahre 2004 engagierte Bürgerinnen und Bürger Ummendorfs den Förderverein Kreuzberg Ummendorf e. V. gründeten. Seit März 2015 ist Christa Hiller die Vorsitzende des Fördervereins. Sie ist somit Nachfolgerin von Ignaz Zachay und Friedrich Hörnle. 2005 begannen umfängliche Renovierungsarbeiten am Kreuzberg. Vorläufiger Höhepunkt war und ist der Bau der von Architekt Siegfried Locher aus Ummendorf geplanten neuen Kapelle in den Jahren 2012 und 2013, die im September 2013, wie oben erwähnt, geweiht wurde. Die Kapelle steht für die der Kreuzigung und Grablege folgende Auferstehung Jesu Christi. So war es denn theologisch schlüssig, ja gar erforderlich, dass zwischen der 14. Station des Kreuzwegs und der Kapelle noch die Grablege Jesu Christi in einer Grotte liegen musste. Die Figur im Grab Jesu, also der Leichnam Jesu aus Carrara-Marmor stammt aus der alten Kapelle aus dem Jahr 1892. Die leicht beschädigte Figur, die ebenfalls Gabriel Lämmle zugeschrieben wird, wurde restauriert und liegt seit September 2019 in der von oben einsehbaren Grotte, die dem Grab Jesu nachempfunden wurde. So wird mittlerweile der Ummendorfer Kreuzberg schon lange wieder dem gerecht, als das diese Anlage einstmals gerühmt wurde, nämlich als "Zierde für das ganze Schwabenland". Dies, so kann mit vollem Recht behauptet werden, ist allerdings, trotz vielfältiger Unterstützung verschiedener Einrichtungen und trotz der Trägerschaft der Kirchengemeinde Ummendorf nur möglich, weil so viele Menschen des mehr als 230 Mitglieder großen Fördervereins sich mit Kopf, Herz und vielen, vielen Händen und Stunden ehrenamtlicher Arbeit für die gute Sache einsetzen.
Quelle: https://www.kreuzberg-ummendorf.de/, 06.11.2021
   
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Kreuzweg Ummendorf, Station 7 , Detail Kreuzweg Ummendorf, Station 7 , Detail Kreuzweg Ummendorf, Station 7 , Detail Kreuzweg Ummendorf, Station 9 , Detail Kreuzweg Ummendorf, Station 11 , Detail Kreuzweg Ummendorf, Station 11 , Detail Kreuzweg Ummendorf, Station 13 , Detail Kreuzweg Ummendorf, Station 13 , Detail Kreuzweg Ummendorf, Station 14 , Detail

Grotte der Grablege Jesu




Kreuzweg ÄPFINGEN, Kirchengemeinde St. Blasius, Seelsorgeeinheit Maselheim, Dekanat Biberach


Der Kreuzweg von Äpfingen ist Teil der Friedhofsmauer des Ortes. Es sind eher einfache Kreuzwegstationen mit einer in die Mauer eingepassten Säule. Der Aufsatz überragt die Säule nach allen Seiten. Die Reliefdarstellungen in weißem Marmor sind an der Rückwand einer circa 40 cm hohen rundbogigen Nische. Einige Figuren sind, wie dies immer wieder bei Marmorbildstöcken zu beobachten ist, leicht beschädigt. Näheres zum Künstler ist mir derzeit nicht bekannt, vielleicht ergeben noch Anfragen in der Kirchengemeinde weitere Informationen.

Kreuzweg Äpfingen, Ansicht Kreuzweg Äpfingen, Ansicht
 Kreuzweg Äpfingen, Station 1 Kreuzweg Äpfingen, Station 2 Kreuzweg Äpfingen, Station 3 Kreuzweg Äpfingen, Station 1 Kreuzweg Äpfingen, Station 1 Kreuzweg Äpfingen, Station 1 Kreuzweg Äpfingen, Station 7 Kreuzweg Äpfingen, Station 8Kreuzweg Äpfingen, Station 9 Kreuzweg Äpfingen, Station 10 Kreuzweg Äpfingen, Station 11 Kreuzweg Äpfingen, Station 13 Kreuzweg Äpfingen, Station 1 Kreuzweg Äpfingen, Station 14