Arma-Christi-Kreuz bei Immenried


Arma-Christi-Kreuze in Oberschwaben

Arma-Christi-Kreuze gibt es seit der Barockzeit, vor allem im Allgäu und in Oberschwaben. Dort sind etwa 100 Arma-Christi-Kreuze bekannt. Im Raum Bad Waldsee endet die Verbreitung der Arma-Christi-Kreuze, die den gekreuzigten Jesus zeigen, dem die (Heils-)Waffen und andere Attribute, die im Zusammenhang mit der Kreuzigung Jesu stehen, zugeordnet sind. So ist meistens ein Hahn auf der Spitze der Kreuze zu sehen. Des Weiteren sind Lanzen, Hellebarden, ein Kelch, das Gewand Jesu, manchmal Würfel, zuweilen ein Geldsäckchen mit der Aufschrift 30 (für die 30 Silberlinge, die Judas für seinen Verrat erhielt), eine Leiter, ein Krug (für Essig und Galle), manchmal eine Uhr (die 3 Uhr anzeigt), Hammer und Zange und manches mehr dargestellt. Oftmals sind die Arma-Christi-Symbole aus Blech, manchmal einfach ausgeschnitten. Nicht selten hat der Rost schon deutliche Spuren hinterlassen.
Im Krippenmseum Oberstadion gab oder gibt es gar noch im Shop auch kleine, circa 40 cm hohe Arma-Christi-Kreuze mit sehr vielen Leidenswerkzeugen, aber auch anderer Elemente, die im Zusammenhang mit der Verurteilung und Kreuzigung Jesu stehen. Es sollen ja bis zu 30 Elemente sein können. Zu sehen ist auf beiden Seiten des Kreuzes: der Hahn, die Dornenkrone, eine Leiter, eine Laterne, ein Geldbeutel mit der Aufschrift 30, das Schweißtuch der Veronika, die Säule, an der Jesus angekettet war, ein Stab mit dem Essigschwamm, eine Lanze, die Aufschrift INRI, ein Krummschwert, ein kürzerer Pfeil mit großer Spitze, drei Würfel, das Gewand Jesu, eine Geisel, nochmals ein Speer, ein Kelch mit Hostie, ein Hammer, Nägel, eine Zange (in der Summe also 20 "arma"); auf vielen anderen Arma-Christi-Kreuzen sind außerdem zu erkennen: eine Uhr mit Uhrzeit drei Uhr, ein Krug, eine Fahne, eine Schaufel, ein Pickel, eine Hellebarde, ein Herz, ein Holzbohrer; vermutlich sind dann an anderen Arma-Christi-Kreuzen noch eine Kette und ein Seil zu finden, womit dann auch schon die Zahl 30 erreicht wäre.
Es ist schon interessant, wie sehr die Menschen sich früher (uind auch heute) gerade für die Passion interessierten und sich dieser mit Wegkreuzen, Kreuzwegen oder auch Ölbergszenen immer wieder vor Augen führten. Tatsächlich gibt es, jedenfalls in der Landschaft und selbst auch in Kirchen eher relativ seltene Darstellungen von Szenen, die mit der Auferstehung (außer natürlich an Ostern mit dem Auferstungschristus) in Verbindung gebracht werden könnten.
In der SE Oberes Achtal habe ich 5 Arma-Christi-Kreuze gefunden (je 1 in Bergatreute, 2 in Wolfegg und eines in Alttann und 2 in Rötenbach). Weitere Arma-Christi-Kreuze, auch über die Grenzen der Seelsorgeeinheit hinaus, folgen.
Ach ja, noch eine Anmerkung zum Schluss. Die lateinische Sprache kennt zwei Genitive: den genitivus subiectivus und den genitivus obiectivus. In der deutschen Sprache könnte man, wenn man nur den lateinischen Begriff "arma" übersetzt, leicht ins Grübeln kommen. Da kämen dann schnell die Waffen Christi einfach übersetzt heraus, was dann ja komplett falsch wäre. Jesus Christus hat keine Waffen im klassischen Sinne gebraucht. Er hat seine Botschaft nicht mit Waffen oder Gewalt verkündet, sondern mit Worten und Taten. So kommt hier also der lateinische genitivus obiectivus ins grammatikalische Spiel. Es sind nämlich die "arma", also die Waffen, für die Jesus als "Objekt" zu betrachten ist, also die Waffen, die gegen Jesus verwendet wurden. Ganz konkret wäre eine Übersetzung also: "Waffen-die-gegen-Christus-verwendet-wurden-Kreuze". So ganz gelungen ist die Übersetzung nun nicht, aber verdeutlicht doch, dass der Begriff "Arma-Christi-Kreuz" nicht einfach grammatikalisch falsch ist, sondern eben nur mit dem Verständnis für die lateinische Sprache klar wird. Übrigens hätte ich das selbst nicht mehr so genau, also eigentlich gar nicht, gewusst. Zum Glück gibt es Fachleute, in diesem Falle eben eine Fachfrau, nämlich meine Ehefrau Cornelia.
Nun sind es ja nicht alles Waffen, die so ein Arma-Christi-Kreuz "zieren". So kann der Hahn wohl genau so wenig als unmittelbare Waffe verstanden werden, wie die Würfel, der Geldbeutel mit den 30 Silberlingen, die Uhr, der Kelch, das Gewand Jesu, die Leiter usw. Vermutlich müsste man dem Begriff "arma" einfach noch als Übersetzung die Worte Werkzeuge und andere Gegenstände, die im Zusammenhang mit der Kreuzigung Jesu stehen" hinzufügen. Zum Glück gibt es also doch die lateinische Sprache. So prägnant und zutreffend wie in der Sprache des römischen Volkes und der Kirche kann es wohl tatsächlich nur diese auf den Begriff bringen: "Arma" eben, damit ist das gesagt, was gesagt werden musste.
Beachtet man die Uhrzeit, die auf mehreren Arma-Christi-Kreuzen  zu finden ist, kann festgestellt werden, dass diese entweder auf 9 Uhr (vormittags) oder auf 3 Uhr (nachmittags) gestellt ist. Diese "Unstimmigkeit" kann man dadurch auflösen, dass nach den biblischen Berichten Jesus um die neunte Stunde starb, wobei dem Todeszeitpunkt eine sechsstündige Qual vorausgegangen ist. Dies bedeutet also, dass der Kreuzigungszeitpunkt wohl tatsächlich mit 9 Uhr vormittags ziemlich genau angegeben werden kann, der Todeszeitpunkt allerdings mit 3 Uhr nachmittags zutrifft. Die Zeitangaben sind nach dem jüdischen Kalender, der die Stundenzählung mit Sonnenaufgang um 6 Uhr morgens beginnt, berechnet.
Das Todesdatum Jesu lässt sich im Übrigen auch nur annähernd festlegen. Ziemlich sicher gilt ein 15. Nisan mittags um die neunte Stunde als genauer Todeszeitpunkt. Wenn man den 15. Nisan des jüdischen Kalenders auf den heute gültigen gregorianischen Kalender überträgt, könnte der 7. April 30 oder der 3. April 33 das Todesdatum sein, wobei eher das Jahr 30 angenommen werden darf.



ALTTANN         GIESENWEILER          RÖTENBACH, Ortsausgang Richtung Wolfegg          RÖTENBACH, Straße nach Tannen         

WOLFEGG, Höhe Annaburg          WOLFEGG, Richtung Kißlegg          ANKENREUTE          ROHR          SEEDEN       

ZWISCHEN HERRENBÜHL UND UNWERTE          ZAISENHOFEN          AMTZELL          IMMENRIED KRAMERHOF         

WILLERAZHOFEN, Richtung Heggelbach          ALBERS, Richtung Treherz           MOOSHAUSEN         GRÜNENBACH, Straße zum Center Parcs


MERAZHOFEN, Abzweigung UTTENHOFEN           ENGELBOLDSHOFEN             LANZENHOFEN

OTTMANNSHOFEN             BALTERAZHOFEN




Arma-Christi-Kreuz ALTTANN, an der Straße nach Forst bzw. Bergatreute


Alttann, Arma-Christi-Kreuz, Detail Alttann, Arma-Christi-Kreuz, Straße Richtung Bergatreute, links


Arma-Christi-Kreuz oberhalb von GIESENWEILER, Bergatreute

Bergatreute, Arma-Christi-Kreuz, bei Giesenweiler  Bergatreute, Arma-Christi-Kreuz bei Giesenweiler, Detail


Arma-Christi-Kreuz vor RÖTENBACH aus Richtung Wolfegg

Roetenbach, Arma-Christi-Kreuz, Straße Richtung Wolfegg, links Rötenbach, Arma-Christi-Kreuz, Straße Richtung Wolfegg, Detail


Arma-Christi-Kreuz RÖTENBACH, Straße nach Tannen


  Rötenbach, Arma-Christi-Kreuz, Richtung Tannen Rötenbach, Arma-Christi-Kreuz, Richtung Tannen, Detail1  Rötenbach, Arma-Christi-Kreuz, Richtung Tannen, Detail2
ötenbach, Arma-Christi-Kreuz, Richtung Tannen, Detail3


Arma-Christi-Kreuz WOLFEGG, Nebenweg Richtung Rötenbach, Höhe Annaburg

  Wolfegg, Arma-Christi-Kreuz, an der Straße, Höhe Annaburg Wolfegg, Arma-Christi-Kreuz, an der Straße, Höhe Annaburg, Detail


Arma-Christi-Kreuz WOLFEGG, Straße Richtung Kißlegg


Wolfegg, Richtung Kißlegg, Grünenberg, Arma-Christ-Kreuz, gesamt Wolfegg, Richtung Kißlegg, Grünenberg, Arma-Christ-Kreuz, Detail  Wolfegg, Richtung Kißlegg, Grünenberg, Arma-Christ-Kreuz, Detail


Arma-Christi-Kreuz ANKENREUTE, Kirchengemeinde Bad Waldsee

Ankenreute, Arma-Christi-Kreuz, gesamt Ankenreute, Arma-Christi-Kreuz, Detail Ankenreute, Arma-Christi-Kreuz, Detail   Ankenreute, Arma-Christi-Kreuz, Detail Ankenreute, Arma-Christi-Kreuz, Detail


Arma-Christi-Kreuz ROHR, Kirchengemeinde Eintürnen

  Rohr, Arma-Christi-Kreuz, gesamt Rohr, Arma-Christi-Kreuz, Detail Rohr, Arma-Christi-Kreuz, Detail


Arma-Christi-Kreuz in SEEDEN, Bad Waldsee

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Arma-Christi-Kreuz zwischen HERRENBÜHL UND UNWERTE (Seibranz)

Arma-Christi-Kreuz bei Herrenbühl, Seibranz, Gesamtansicht Arma-Christi-Kreuz bei Herrenbühl, Seibranz, Gesamtansich Arma-Christi-Kreuz bei Herrenbühl, Seibranz, Detail Arma-Christi-Kreuz bei Herrenbühl, Seibranz, Detail Arma-Christi-Kreuz bei Herrenbühl, Seibranz, Detail Arma-Christi-Kreuz bei Herrenbühl, Seibranz, Detail


Arma-Christi-Kreuz in ZAISENHOFEN (bei Kißlegg)
 

Das Arma-Christi-Kreuz in Zaisenhofen wurde ca. 1995 renoviert. Schon 25 Jahre zuvor wurde es in schlechtem Zustand wegen der Verlegung der Wangenerstraße abgebrochen. Das Kreuz wurde von der Familie Meier-Puszti als Projekt in der Oberschwäbischen Werkstätte für Behinderte originalgetreu hergestellt. Die Patenschaft für das Kreuz hat der am 6. Oktober 2000 gegründete Kapellenverein Zaisenhofen e. V. übernommen. Materielle und ideelle Unterstützung gab es bei der Renovation durch die Kirchengemeinde Kißlegg, durch Herrn Max Scharpf, Kirchenmaler Herbert Mayer aus Gebrazhofen und Dr. Manfred Thierer vom Leutkircher Heimaptpflegeverein.

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Arma-Christi-Kreuz in AMTZELL (am Weg von Singenberg nach Steppach)

Nachfolgend abgebildetes Arma-Christi-Kreuz war das wohl erste, das der "Webmaster" dieser Homepage schon in Kindheitstagen gesehen und bewundert hat. Es liegt an einem Weg zwischen zwei Bauernhöfen, nämlich Singenberg und Steppach, quasi am Fuße des "Steppra Buckel", dem ersten Skifahrerhang, der in den 60-er-Jahren erst noch "geträppelt" werden musste, damit der Pulverschnee einigermaßen verdichtet war, um eine gut befahrbare Skipiste zu bilden. Lang, lang ist's her und schön war's!
Mittlerweile ist das Arma-Christi-Kreuz mit dem nebenstehenden Baumstamm noch etwas "dekorativer". Ein geschickter Holzkünstler hat in den Baumstamm drei Eulen geschnitzt, die ständig das Arma-Christi-Kreuz bewachen.
Arma-Christi-Kreuz Amtzell Arma-Christi-Kreuz Amtzell Arma-Christi-Kreuz Amtzell Arma-Christi-Kreuz Amtzell Arma-Christi-Kreuz Amtzell, Eulennachbar Arma-Christi-Kreuz Amtzell, Eulennachbar



Arma-Christi-Kreuz in der Nähe des KRAMERHOFS, Kirchengemeinde Immenried, SE Kißlegg St. Gallus


In einer landschaftlich sehr reizvollen Gegend steht das Arma-Christi-Kreuz an der Abzweigung zum Kramerhof (von Immernried her kommend). Nachdem Arma-Christ-Kreuze dazu neigen, relativ rasch zu verwittern, kann man davon ausgehen, dass das Wegzeichen erst vor kurzem renoviert wurde (Stand: Oktober 2021)

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Arma-Christi-Kreuz bei WILLERAZHOFEN, Straße Richtung Heggelbach, Abzweigung Willerazhofen-Bad

Das eher kleinere Arma-Christi-Kreuz "versteckt" sich etwas im Gebüsch, wie dies auch bei anderen Wegkreuzen immer wieder feststellbar ist. Die aus Blech geschnittenen Arma, also Waffen, mit denen Christus gemartert wurden, sind auch in Willerazhofen, zumal noch in insgesamt exponierter Lage, schon wieder arg verwittert. Das scheint das Los der Arma-Christi-Kreuze zu sein... Auffallend sind bei dem Willerazhofener Arma-Christi-Kreuz die beiden Engel links und rechts vom Christuskorpus mit den Aufschriften "Ecce" und "Homo", also dem Schriftzug, der gemeinhin im Zusammenhang mit Pontius Pilatus (Johannesevangelium, Joh 19, 5), der so Jesus, gekleidet mit dem purpurroten Mantel und der Dornenkrone auf dem Haupt, der Menge präsentierte, oder eben auch im Zusammenhang mit dem Leiden Jesu insgesamt zu sehen ist. Ecce homo bedeutet übersetzt: "Seht, welch ein Mensch" und soll eben auf das Leiden und die Menschlichkeit und die Besonderheit Jesu Christi verweisen.

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Arma-Christi-Kreuz in ALBERS, Seelsorgeeinheit Bad Wurzach, an der Straße nach Treherz

Wenn man in Albers bei der Kapelle in Richtung Treherz abzweigt, steht unmittelbar vor dem Ortsausgang des Weilers auf der linken Seite ein etwas "vergrautes" Arma-Christi-Kreuz. Wie so viele der Wegzeichen, die die Waffen und Werkzeuge, die im Zusammenhang mit der Kreuzigung Jesu stehen, zeigen, sind auch die bemalten und aus Blech ausgeschnittenen, zweidimensionalen Darstellungen der Arma Christi eben unmittelbar der Verwitterung ausgesetzt und haben bleiben somit in aller Regel nicht sehr lange in der farbigen Pracht nach einer Renovation. Unabhängig davon sind diese Wegzeichen immer auch Mahnmale, die an den Erlösertod Jesu Christi erinnern und nicht selten, wie auch in Albers, zum Nachdenken aufrufen. So ist am Fuße des Kreuzes der Schriftzug "Dies tat ich für Dich, was tust Du für mich?" zu lesen.

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Arma-Christi-Kreuz in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist MOOSHAUSEN, Seelsorgeeinheit Aitrachtal, Dekanat Allgäu-Oberschwaben

Geradezu klassisch sind die aus Blech geschnittenen Darstellungen der "Arma Christi", die am Kreuz und um den Christuskorpus gruppiert sind, die im Oberland und Allgäu im Freien vielfach anzutreffen sind. Eher selten findet man diese besondere Kreuzesdarstellung in den Gotteshäusern selbst. In Mooshausen im Aitrachtal ist auf der Orgelempore ein hölzernes Arma-Christi-Kreuz zu finden.

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GRÜNENBACH, an der Nebenstaße zum Center Parcs Allgäu

Ein zwar nicht besonders großes, aber ein sehr schönes und besonderes Arma-Christi-Kreuz in einer Anlage, die mit einem kleinen Zaun umgeben ist, gibt es an einer Nebenstraße von Grünenbach zum Center Parcs Allgäu. Das Kreuz zeigt einen besonders prächtigen Hahn, der dem Kreuzesstamm aufgesetzt ist und an den Hahn erinnert, der mit der Leugnung des Petrus, Jesus zu kennen, in Zusammenhang gebracht wird. Dabei wird in der Bibeil tatsächlich unterschiedliches berichtet. Im Matthäusevangelium steht: "In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen" (Mt 26, 34). Im Markus-Evangelium heißt es: "Heute, in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen". Ganz ähnlich wie bei Matthäus, heißt es im Lukas-Evangelium: "Ich sage dir, Petrus, ehe heute der Hahn kräht, wirst du dreimal leugnen, mich zu kennen" (Lk 22, 34). Auch im Johannes-Evangelium kräht der Hahn nicht dreimal, wie es so oft zitiert wird. Dort steht: "Amen, amen, ich sage dir: Noch ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen" (Joh 13, 38). Von einem dreimaligen Krähen des Hahnes, wie diese oftmals genannt wird, ist in der Bibel, jedenfalls in der aktuellen Einheitsübersetzung nichts zu finden...
Wie aus einem Artikel aus der Schwäbischen Zeitung vom 14. August 2020 zu entnehmen ist, wurde das Kreuz erst im Jahr 2020 von Kirchenmaler Herbert Mayer aus Gebrazhofen renoviert. Ursprünglich wurde das Kreuz von Bischof Georg Moser im Jahr 1987 gestiftet. Die Vorfahren des Bischofs stammen aus Grünenbach. Die Besonderheit des Arma-Christi-Kreuzes liegt unter anderem darin, dass vier der Leidenwerkzeuge (also Speer, Morgenstern, Hellebarde und Schwamm) in einem auf Eck gesetzten Quadrat um den Christus-Korpus angeordnet wurden. Üblicherweise sind diese fächerartig nach links und rechts des Korpus angeordnet. Das Kreuz hat der Leutkircher Georg Zimmer entworfen. Der frühere Baubürgermeister von Leutkirch war auch wesentlich am Bau der Autobahnkapelle auf dem Winterberg bei Tautenhofen beteiligt. Entstanden ist das Kreuz offensichtlich im Rahmen einer Aktion des im Jahre 1982 gegründeten Vereins Heimatpflege Leutkirch e. V. Bei dieser Aktion wurden tatsächlich noch einige Glaubenszeichen mehr wieder hergerichtet, bemalt und bepflanzt, wie im Bericht der Schwäbischen Zeitung nachzulesen ist. Gepflegt wird die Anlage von Winfried Rauh, der auch die Grünenbacher Vitus-Kapelle als Mesner betreut.
Quelle: https://www.schwaebische.de/landkreis/landkreis-ravensburg/leutkirch_artikel,-arma-christi-kreuz-erstrahlt-in-neuem-glanz-_arid,11257993.html, 29.11.2021

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MERAZHOFEN, Abzweigung UTTENHOFEN, Arma-Christi-Kreuz als Flurkreuz

Das Arma-Christi-Kreuz, das, von Merazhofen kommend, an der Abzweigung nach Uttenhofen im Allgäu steht, ist, was für Arma-Christi-Kreuze eher selten ist, als Flurkreuz aufgestellt worden. Der Schriftzug "O Herr, segne unsere Fluren" weist darauf hin. Zudem ist am Fuße des Kreuzes neben Maria und Johannes auch noch Maria von Magdala zu sehen. Auch diese Besonderheit zeichnet das Flurkreuz aus. Vermutlich sind die Arma-Christi-Kreuze mit ihren bemalten Blechtafeln tatsächlich mit die pflegeintensivsten religiösen Kleindenkmale. Die Blechtafeln bieten eben eine große "Angriffsfläche" für die Verwitterung durch Kälte, Regen, Schnee und Nebel. Dennoch sind sie, auch im Zustand fortgeschrittener Verwitterung echte Kleinode in unserer Kulturlandschaft.

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    Arma-Christi-Kreuz von ENGELBOLDSHOFEN, Stadt Leutkirch im Allgäu

Gewiss sind Engelboldshofen und Willerazhofen nicht besonders weit voneinander entfernt und dennoch ist es verwunderlich, dass in beiden Ortschaften, die zur Stadt Leutkirch gehören, nahezu identische Arma-Christi-Kreuze zu finden sind. Besonderes Merkmal dieser Arma-Christi-Kreuze, die mit circa 2 Metern Höhe nicht besonders groß sind, ist das Engelpaar mit dem Schriftzug "ecce homo", der beim Willerazhofener Arma-Christi-Kreuz kurz erklärt wird. Vermutlich hat eben ein Hofbesitzer seinen Kollegen von Willerazhofen oder umgekehrt der von Willerazhofen den von Engelboldshofen gefragt, wer denn das schöne Arma-Christi-Kreuz gemacht hat. Und sogleich hatte der Schmied einen weiteren Auftrag. Allerdings, das sei an dieser Stelle vermerkt, gibt es doch noch den einen oder anderen kleinen Unterschied, der so beide Kreuze zu sehenswerten Unikaten (vgl. die Gegenüberstellung des Engelboldshofener Arma-Christi-Kreuzes und des Willerazhofener Wegzeichens) macht. Allerdings ist dies auch nicht so ganz bedeutsam. Vielmehr sollen ja die Arma-Christi-Kreuze den oder die Betrachter/in auffordern, darüber zu meditieren, was Jesus Christus für uns Menschen auf sich genommen hat. Irgendwie ist es tatsächlich seltsam, dass nicht nur in der Landschaft Oberschwabens und des Allgäus so viele Wegzeichen aufgestellt sind, die mit der Passion und dem Kreuzestod Jesu zu tun haben (Kreuze, Kreuzwege, Ölberge). Auferstehungszeichen sind eher selten, wobei ja doch die Kirchen als die exponierten Orte der Gottesbegegnung gelten. In den Kirchen wird ja Sonntag für Sonntag ein kleines Osterfest und damit die Auferstehung Jesu Christi gefeiert. So passt es dann wieder...

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Gegenüberstellung der Arma-Christi-Kreuze von Engelboldshofen (links bzw. oben) und Willerazhofen (rechts bzw. unten)

Arma-Christi-Kreuz Engelboldshofen Arma-Christi-Kreuz Willerazhofen



LANZENHOFEN, Arma-Christi-Kreuz bei der Magnuskapelle

Eine besonders schöne Anlage ist in Lanzenhofen, ebenfalls Stadt Leutkirch, zu finden. Ein im Jahr 2008 von der Heimatpflege Leutkirch e. V. renoviertes und mit einem auffallend "goldenen" Christuskorpus geziertes Arma-Christi-Kreuz steht dort vor der Lanzenhofener Magnuskapelle und bietet einen geradezu bilderbuchhaften Anblick. Eine weitere Besonderheit des Lanzenhofener Wegzeichens ist das Buch, auf dem der häufig dargestellte Kelch  steht. Ein Buch ist höchst selten bei einem Arma-Christi-Kreuz zu finden. Zudem wurde am Fuß des Kreuzes eine Blechtafel mit dem Bild einer Pietà, angebracht, also die Darstellung, wie Maria den vom Kreuz abgenommenen Jesus auf ihrem Schoß trägt. Auch diese Darstellung ist höchst selten an einem Arma-Christi-Kreuz zu finden.

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OTTMANNSHOFEN, Arma-Christi-Kreuz an der Straße nach Hofs

Im Sommer 2016 wurde das Arma-Christi-Kreuz an der Straße von Ottmannshofen Richtung Hofs nach der Restauration durch Restaurator Erwin Roth aus Ausnang von Pater Robert gesegnet. Familie Baumann hatte das Kreuz "als Dankeschön, dass wir von schlimmer Krankheit und von einem Hofbrand verschont geblieben sind" zur Restauration gegeben, wie Maria Baumann berichtete. Manfred Thierer, der schon mehrere Veröffentlichungen zu den Arma-Christi-Kreuzen und anderen christlichen Kleindenkmalen geschrieben hat, war sich sicher, dass das Ottmannshofer Kreuz nun "mit Sicherheit eines der schönsten Arma-Christi-Kreuze im Allgäu ist". Bei der Weihe des Kreuzes waren neben der Familie Baumann, Restaurator Erwin Roth, Manfred Thierer auch einige Bürger von Ottmannshofen und Umgebung zugegen. Zudem umrahmte die Feier eine Abordnung der Musikkapelle Wuchzenhofen.
Die Fotos, die heute (3. Dezember 2021) vom Ottmannshofer Kreuz veröffentlicht werden, zeigen die Schönheit des Kreuzes mit einem weißen Schneeüberzug verhüllt. Bei nächster Gelegenheit werden weitere Fotos aufgenommen, dann aber ganz unverhüllt und in voller Farbenpracht.
Quelle: Schwäbische Zeitung, Ausgabe Leutkirch, 04. August 2026

Arma-Christi-Kreuz Ottmannshofen im Schnee Arma-Christi-Kreuz Ottmannshofen im Schnee Arma-Christi-Kreuz Ottmannshofen im Schnee Arma-Christi-Kreuz Ottmannshofen im Schnee, Detail Arma-Christi-Kreuz Ottmannshofen im Schnee, Detail



BALTERAZHOFEN - Arma-Christi-Kreuz zwischen Leutkirch und Balterazhofen

Das eher schliche Arma-Christi-Kreuz, das an der Straße von Leutkirch nach Balterazhofen an einer exponierten Stelle liegt, stammt aus den 1980-er-Jahren. Das Kreuz entstand im Rahmen eines Schülerprojekts des Leutkircher Gymnasiums. Eigenwillig ist dabei die Anordnung einiger Leidenswerkzeuge an einem um den Christuskorpus liegenden Quadrat, das "auf Eck" gestellt ist. Das Kreuz betrachtend schweift der Blick fast unwillkürlich in die sanft bewegte Landschaft, die ihre ganz besondere Prägung durch die Gletscher der Würmeiszeit vor etwa 20.000 Jahren erfahren hat. Auch für dieses Kreuz gilt selbstverständlich, dass es, vermutlich spätestens im Frühjahr, noch einmal ganz neu und in Farbe fotografiert wird.

Arma-Christi-Kreuz Balterazhofen im Schnee Arma-Christi-Kreuz Balterazhofen im Schnee Arma-Christi-Kreuz Balterazhofen im Schnee